vorsicht! ich möchte eine allgemeine triggerwarnung ausprechen, da ich nicht weiß, wie du als einzelner leser auf meine texte reagieren könntest. geschrieben wird hier über gedanken, träume und erfahrungen, die eventuell verstörend und/oder triggernd sein könnten. wenn du dich als leser instabil fühlst, solltest du meinen blog nicht lesen. ich übernehme keine verantwortung für triggernde inhalte. bei fragen und/ oder problemen kannst du dich gerne bei mir melden, durchstöbere hierzu das impressum oder nutze die kommentarfunktion.

29.09.2011



"'es ist gut, tessa. du kannst gehen. wir lieben dich. du kannst jetzt gehen.'
'warum sagst du das?'
'vielleicht braucht sie eine erlaubnis zu sterben, cal.'
'das will ich  aber nicht. meiner erlaubnis hat sie nicht!'

'vielleicht solltest du abschied nehmen, cal.'
'nein.'
'vielleicht ist es ihr wichtig.'
'vielleicht stirbt sie davon.'
' nichts, was du sagst, kann sie umbringen. sie will wissen, dass du sie liebst.'

nur einen moment. nur einen noch. einen schaffe ich noch.
der wind peitscht das einwickelpapier einer süßigkeit den weg lang.

'na los, cal.'
'ich komme mir so doof vor.'
'keiner von uns hört zu. geh ganz nah ran, flüster ihr ins ohr.'

'tschüss, tess, du kannst bei mir spuken, wenn du willst. das macht mir nichts.'
adam streichelt über meinen kopf, mein gesicht, er küsst meine tränen.
wir sind seelig.

lass sie alle los. augenblicke. in diesen einen moment münden sie alle."

bevor ich sterbe; jenny downham

MAMA ICH VERMISSE DICH SO
soll ich den alten header wieder reinstellen?

28.09.2011


"schläfst du?" ich schrecke auf. wo bin ich? schnell nehme ich meine kopfhörer ab und sehe mich um. ich bin im bus und neben mir sitzt ein kleiner junge. "ha, ich wusste doch, dass sie nicht schläft, mama!", schreit er quer durch den bus zu seiner mum. die wirft mir einen entschuldigenden blick zu und versucht dann, den kleinen zu sich zu rufen. aber der denkt garnicht daran, auf seine mum zu hören. "hi, ich bin tobias und bin 5jahre alt. ich habe eine kleine schildkröte. und wer bist du?", plappert er auf mich ein. süß, der kleine. "ich bin mary." antworte ich, aber anscheinend hört er mir garnicht zu. "willst du auch zum krankenhaus celsiusstraße fahren? da fahren meine mama und ich jetzt nämlich hin, papa besuchen. vielleicht ist er bald da oben, weißt du. aber das ist garnicht schlimm, weil er sonst ganz dolle schmerzen hat. ich glaube, papa hats da oben gut. bestimmt gibts da immer schokolade." ich weiß plötzlich garnicht, wie ich auf den kleinen jungen reagieren soll. zuerst möchte ich lachen, dann rollt mir aber doch eine kleine träne über die wange.

"mama sagt, weinen ist gut und macht gesund. wahrscheinlich ist papa nur krank, weil er nie weint!" meint tobias und kramt in seiner schildkrötenminitasche rum. er wirkt so erwachsener, redet so beruhigend auf mich ein.. der kleine kann doch nie im leben 5 jahre alt sein! triumphierend hält er einen schokoriegel vor meine nase."hier, wenn du willst teilen wir uns den!" er bricht mir ein stück ab und dankbar schiebe ich mir das stück in den mund. "weißt du, schokolade ist auch gut gegen krank sein. genauso wie weinen. ist dein papa auch krank?" fragt er mich plötzlich. "nein, nein, aber...", ich breche ab. "nein, mein papa ist nicht krank."

27.09.2011



mit leichten bauchschmerzen biege ich fünf minuten zu spät in die straße unseres trainingsplatzes ein. wettkampftraining, es gibt nichts schlimmeres! etwas abseits neben dem tor sehe ich ein paar jungs stehen. als ich näher rankomme, fällt mir auf, dass es rickie, just und sam sind. sie winken mir zu und ich halte vor ihnen an. "haste bock mit zu sam zu kommen? der hat sturmfrei. scheiß auf training, just hatn bisschen was dabei." ohne zu überlegen bejahe ich und ehe ich mich versehe sitze ich eng angeschmiegt an just auf seinem mofa. keine ahnung wo der den erstatzhelm hatte, aber das ist mir auch egal.

nach weniger als 15 minuten sind wir da. sam wohnt in einer kleinen, stickigen wohnung in einem großen, dreckigem hochhaus. just dagegen hat ein riesen haus mit garten und pool, rickie wohnt in nem reihenhaus. wie verschieden sie doch alle sind. sam schließt auf und kalter rauch steigt mir in die nase. "wo ist sie denn?" fragt rickie sam aufgeregt. ich unterdrücke ein "was?" und setze mich auf einen wackeligen hocker, der statt vier beinen nur drei hat. ein wunder, dass man sich noch draufsetzen kann. dann weiß ich, was die jungs meinten: sams ultraalte shisha. musik wird angeschaltet und schon gehts rum. soll ich auch mal wieder ziehen? warum eigentlich nicht? entschlossen nehme ich ein wenig, es tut so  gut, sich so leicht zu fühlen, alles egal, alles egal. mein handy klingelt. ich drücke weg. scheiß drauf, denke ich, als schließlich ein joint und dann noch ein wenig wodka rumgeht. mein leben. ich kann über alles entscheiden. ich habe alles selbst in der hand. doch mach ich was gutes drauß?

26.09.2011



und da ist es wieder. das herzklopfen, schwitzige hände, glühender kopf, knie zittern, das reden von wirren zeugs und das unsichere lachen. ich hasse es. verliebt sein. er muss nur ein herz schicken oder mich anlächeln, schon passiert es wieder. ich will das nicht! ich möchte nicht die sklavin meiner gefühle sein, möchte ihn nicht an den lippen kleben oder fast vom stuhl fallen wenn er plötzlich da ist. ich möchte kein schlechtes gewissen haben, wenn ich alkohol trinke, bloß weil er keinen trinkt. und oft stelle ich mir vor, dass er mir die frage stellt. die eine. du weißt schon, welche, mama. "willst du mit mir gehen?", "möchtest du mit mir zusammen sein?" oder sowas.


allein der gedanken an diese sätze verursacht bei mir gänsehaut. im negativem sinne, versteht sich. ich möchte nicht mit jemandem zusammen sein, möchte frei sein, jung sein, leben. und plötzlich fällt mir wieder ein, dass er mich ja garnicht mögen kann. naja, schon, als kumpel oder so, aber doch nicht so richtig mit liebe. ich meine, wenn ich mich selbst hasse und mich nicht akzeptiere, wie kann mich dann jemand anderes toll finden? warum sollte ein so toller, nahezu perfekter junge auf eine kleine fette blondine stehen? mit solchen problemen wie ich sie habe? er könnte ganz andere haben. dann werde ich sauer. auf mich, auf ihn, auf die welt. aber am meisten auf mich.
blogvorstellung 1
bei 50 lesern werde ich auch eine blogvorstellung machen, momentan: 47 48  49 50

25.09.2011

"vermisst du sie oft?"
6 augenpaaren schauen mich an. ich hasse diese frage, kann es meinen besten freundinnen aber nicht übel nehmen, da ich sie liebe. "ja, immer und immer.", tränen kullern mir die wangen runter. ari kommt auf mich zu, umarmt mich. eigentlich hasse ich solche sentimentalen momente, mama. aber gestern abend war es wunderschön mit ari, jeannie und den anderen zu reden. jeannie küsst mich auf die wange und das lächeln, was sie mir danach schenkt, lässt meine tränen trocknen. ich erstarre. mein linker arm ist nass. unaufällig schiele ich runter, überall blut. ich hab alles aufgekratzt. warum merke ich soetwas nicht mehr? warum tue ich das?
dann wird mir das plötzlich alles zu viel, ich möchte nicht mehr traurig in der ecke sitzen und dir hinterher trauern, sondern leben. mit meinen freundinnen lachen, pläne schmieden, musik hören. und so ändert sich unsere stimmung schlagartig. wir surfen auf jeannies facebook seite, suchen lehrer, lachen viel, sowas halt. "sag mal, du schreibst doch schon länger nicht mehr mit vince, oder? hat er denn facebook?", fragt jeannie plötzlich. zu dumm, dass ich kein facebook hab. sie addet ihn. "ach, der ist doch sowieso nicht on." ein paar sekunden später hat er angenommen, mein herz bleibt stehen. er erkundigt sich nach mir und sagt jeannie, dass sie mich für ihn grüßen und küssen soll. dann fragt er, wann ich on bin. "sonntag bis 21 uhr." tippt jeannie. eine andere freundin von mir, emma, umarmt mich. früher haben vince und ich täglich geschrieben, oft telefoniert und uns auch manchmal getroffen. keine ahnung, weshalb das aufgehört hat. er antwortet, dass er auf jeden fall on kommen wird. ein greller schrei lässt mich zusammenzucken. mein greller schrei. wie kindisch ich doch bin. mein arm pochert, das blut trocknet langsam.
jetzt ist es viertel nach acht und ich bin seit 30 minuten online, mal sehen ob er kommt. ich bezweifle dies allerdings.
blogvorstellung
20:30: er ist on und hat mich sofort angeschrieben! :))
20: 45: er hat mich gefragt ob ich nen freund hab und ob wir uns mal wieder sehen können. ich hasse es. nein, ich liebe es. ah.
20: 50: er sagt, dass er mich vermisst hat.

22.09.2011

teil zwei
er ist echt so extrem sexy. ab und zu schafft er es sogar, mir ein schiefes lächeln zuzuwerfen. sein schiefes lächeln. aber nur, wenn sein strenger trainer mal einen moment nicht hinschaut. wie süß vince doch ist. "aufwachen madame! das gibts doch nicht. sach mal, das wichtigste spiel des jahres liegt uns bevor und du hast nur kerle im kopf!", holt mich mein auch ziemlich strenger trainer aus meien tagträumen zurück. "jaja", murmle ich verlegen und zugleich auch verärgert. dann stellen wir uns auf. ich suche meinen frontalgegner, den mittelstürmer, und erstarre. vince ist es! oh nein, denke ich mir. anstoß. sofort bekommt er den ball und rennst auf das tor zu. ich will reagieren, aber.. zu spät. tor für seine mannschaft. ich sehe meinen trainer mit knallrotem kopf an der seitenlinie rumtrampeln. vincent sucht meinen blickkontakt und grinst mich schon wieder schief an. grr, wie süß. anstoß. diesmal reagiere ich schneller, als er den ball von einer mitspielerin von mir abnimmt. gekonnt nehme ich dir den ball weg und schieße  zu jeannie, unsere beste stürmerin, die ihn sofort reinballert. 1:1 mein trainer schreit vor freude, seiner vor wut. und diesmal grinse ich ihn schief an, er grinst nicht, sondern presst seine lippen zusammen und schießt den anstoß, rennst auf das tor zu  und - ich grätsche. fuck, der rasen ist wirklich extrem rutschig! vergessen. scheiße. ich falle, er stolpert über mich und so liegen wir beide im matsch. "das war wohl nichts!" lacht er leise. dann verzieht er plötzlich schmerzverzerrt das gesicht und deutet auf sein knie. mein arm tut höllisch weh, so kann ich nicht weiterspielen. er denkt anscheinend das selbe, denn als der schiedsrichter fragt ob wir vom platz wollen und verartztet werden müssen, nicken wir. ich stütze ihn und so humpeln wir an den rand des spielfeldes. ich werfe jeannie schnell einen blick zu, doch die achtet garnicht auf mich, denn das spiel geht bereits weiter. toll, denke ich. wir setzen uns und ich frage ihn, was er hat, obwohl das ja eigentlich ganz offensichtlich ist, da er pausenlos mit schmerzverzerrtem gesicht sein knie reibt. "tut mir leid", nuschle ich, doch du grinst mich nur an, sodass ich garnichts megr kapiere. mein arm pochert, mein trainer kommt mit seiner arzttasche auf uns zugerannt, wischt die wunde an meinem arm sauber und klebt ein extrem übertrieben großes pflaster an. als mein trainer vincent auch verartzen möchte, winkt er nur ab und mein trainer haut wieder ab. "was soll das?" , frage ich. "glaubst du wirklich, dass ich verletzt bin? eigentlich wollte ich nur mit dir quatschen.. und so." , lacht er. achso ist das! du bist garnicht verletzt.. erst bin ich kurz sauer, doch dann wird mir bewusst, wie süß das von ihm ist. er will mit mir alleine sein. jetzt pochert nicht nur mein arm, sondern auch mein herz. " tuts sehr weh?", fragst du mich und deutest besorgt auf meinen arm. ich winke ab, genauso wie er es eben bei meinem trainer gemacht hat. dann frage ich ihn, weshalb er mit mir allein sein wollte. er grinst schief und winkt ab, dann.. dann küsst er mich! einfach so. das armpochen verschwindet plötzlich, dafür verdoppelt sich das herzpochen. unsere köpfe entfernen sich wieder voneinander und der schiri kommt an und fragt, ob wir wieder spielen können. wir winken ab, lachen und küssen uns wieder.

feedback erwünscht.

15.09.2011

 teil eins
wochenlang, monatelang haben wir hart trainiert und uns bei jeder trainingseinheit ziemlich angestrengt. nun ist es endlich so weit, mein wecker klingelt. verschlafen stehe ich auf. viel zu früh an einem sonntag, wie ich genervt denke. doch dann werde ich ruckartig wach, denn mir fällt plötzlich ein, weshalb ich so früh aufgewacht bin: das spiel! ich werde vincent wiedersehen! schnell springe ich unter die dusche, um die restliche müdigkeit abzuschütteln. heute werde ich gegen ihn antreten. vince. ich hoffe, dass das tägliche training sich endlich etwas bringt. verlieren werden wir bestimmt, schließlich seit ihr die dritt beste mannschaft in ganz niedersachsen und wir sind sozusagen eine spaß-mannschaft. ich föhne mir die haare, schminke mich ordentlich, ziehe mr meine trainingshose und ein schlichtes top an. während ich unten für meinen dad und meine schwester frühstück mache, glätte ich mir die haare. schließlich möchte ich für ihn gut aussehen. für vincent. meinen vincent. nach dem essen packe ich schnell meine trainingssachen ein und radle mit dad und meiner schwester zusammen  zum sportplatz. die beiden wollen zuschauen. sie suchen sich einen schönen platz im schatten und ich laufe zu jeannie und den anderen und begrüße sie. von vincents mannschaft ist nichts zu sehen, jeannie meint, dass sie noch nicht angekommen sind. mein trainer kommt an und schickt uns sofort weiter in eine der zehn kleinen, mufflig riechenden sammelumkleidekabinen. schnell ziehen wir uns um, stecken unsere haare hoch und schminken uns nochmal nach. ich zittere so heftig, dass ich meinen liedstrich komplett versaue. fuck. danach kommt mein trainer wieder vorbei und wir besprechen zum zigtausensten mal die aufstellung und die tricks. mitten in seiner rede hören wir auf den gang tiefe jungsstimmen. mein trainer schaut nach. "oh, die jungs sind da. los, zackig, in 10minuten draußen auf dem platz!" mein herz klopft. nein. es hämmert. ich werde rot. jeannie grinst mich schief an. "du schaffst das!" flüstert sie und küsst mich kurz. dann versuche ich mich, auf das spiel zu konzentrieren. ich bin mittelverteidigerin und muss deshalb ziemlich gut auf den mittelstürmer aufpassen. "hoffentlich ist das nicht wieder son riese!" murmle ich und erinner mich an mein letztes spiel gegen die u18. das war der horror. egal, positiv denken. die zehn minuten sind anscheinend schon vorbei, denn im nächsten augenblick sehe ich mich den gang langlaufen. wir stellen unser trinken in den schatten und laufen uns ein. "und? siehst du ihn?" holt mich jeannie aus meinen tagträumen heraus. ich kneife die augen zusammen und blicke enttäuscht auf die gruppe von jungen. vincent ist nicht zu sehen. egal, das spiel ist erstmal wichtiger. es bewölkt sich plötzlich ziemlich schlagartig und wenige sekunden später fängt es an wie aus eimern zu gießen. wir rennen in unsere kabinen und packen heimlich eine packung kekse aus, essen ist vor fußballspielen strengstens verboten. uns doch egal. wir quatschen vor uns hin, sodass wir es kaum bemerken, als die tür klopft. beim zweiten mal hört jeannie es dann doch und macht, nachdem wir die kekse aufgeregt verstaut haben, die tür einen spalt weit auf. "mary? kommst du mal kurz? besuch für dich!" ruft jeannie und zwinkert mir zu. ich schaue sie fragend an und mein magen krümmt sich augenblicklich zusammen. dass ist doch nicht.. ich flitze mit hochrotem kopf durch die tür. doch, das ist er. vincent. es ist sehr dunkel, ich erkenne anfangs nur grobe umrisse von ihm. aus der kabine hört man die mädchen kichern. er nimmt wortlos meine hand und zieht mich zur hintertür hinaus. wir stehen draußen unter einem carport. "na, schon aufgeregt?" fragt er aufgesetzt cool. ohne auf eine antwort zu warten, redest du weiter und schaust mich dabei mit deinem gekonntem hundeblick an. der regen prasselt auf das dach. "ich hab nicht viel zeit, wenn mein trainer merkt, dass ich fehle, bin ich dran." nuschelt er. es donnert. oder war das mein herz? ich weiß es nicht. "dito, schön, dich gesehen zu haben!" grinse ich und er umarmt mich, ich rieche an ihm. hmm, so männlich. es blitzt. wir gehen wieder in unsere kabinen und der regen hört langsam auf. unser trainer kommt rein und klärt uns über die anderen spielbedingungen auf, wir nehmen seine rede halb zur kenntnis, rennen auf den platz und laufen uns wieder neu ein, dehnen uns. alles vergeht wie im flug, weil ich dich dabei beobachten kann.

teil zwei folgt

11.09.2011

mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. ich kann mich an den 11. september 2001erstaunlicherweise noch ziemlich genau erinnern. damals war ich knapp vier jahre alt und wir  waren in büsum. du, dad, meine kleine schwester und ich. niemand anderes. wir waren an dem tag eis essen und wattwandern, wie jedes jahr in büsum. abends saßen wir vorm fernseher und du und dad, ihr wolltet noch kurz die nachrichten sehen und danach eine dvd einwerfen. und plötzlich war da auf dem fernseher nur rauch zu sehen, verletzte menschen wurden gezeigt, meine kleine schwester fragte, ob das der film sei, den wir schauen wollten. ihr beide habt ihr nicht geantwortet, ihr ward vermutlich zu geschockt. deine lippen haben ein großes "O" geformt und tränen blitzten auf. papa hat dich umarmt, dann uns kleinen. und plötzlich wusste ich, dass etwas ganz schlimmes passiert war. was genau, wusste ich nicht, aber ich dachte, dass vielleicht unser haus brennt oder so. 
das war mein persönliches erlebnis zum elften september.

06.09.2011

ich will leben, hier und jetzt! will mein leben ausnutzen, gegen den strom schwimmen, von zu hause abhauen, ich sein! alkohol, drogen, unechte liebe, echte freunde, laute musik, wenig schlaf. lachen, weinen, laufen, das leben einfach locker sehen und alles aufs spiel setzen. dorthin, wo grinsen noch was wert ist und dir fehler verzeibar sind! kein hundeleben, kein durchschnitt sein, sorgenfrei leben, ungenaue, kindliche pläne schmieden, die welt retten wollen, frei sein, jung sein, high sein, ich sein. lebenslust, küsse, kaputte chucks, verwaschene, dreckige jeans und alte bandshirts mit löchrigen hemden drüber. vertrauen, alte vw busse, verwischter mascara, ungekämmte haare, heraus wachsener ansatz, abgekratzter nagellack, rote, volle lippen, echtes lachen. abends am lagerfeuer sitzen und wünsche und ziele erzählen, ungenau, jung und dumm. mit dem leben spielen, zu gott beten, klauen gehen, mittelfinger hoch, kaputte zelte, körprwärme der anderen. sonne und sterne, sommerregen, die nacht und glücklich sein.

02.09.2011


wochenende, feiern gehen, mädelsabend

01.09.2011

"und dann musst du nur über den platz und schon bist du bei der jugendhilfe. dann klingeln und die anmeldung suchen, okay?", versucht mir petra zu erklären, wie ich zu dem psychologen kommen soll. ich und mein super orientierungssinn. seufzend steige ich aus und finde zu meinem erstaunen sofort den weg zur jugendhilfe,klingle und stehe plötzlich in einem hellen, engen treppenhaus. nach ziemlich langem suchen finde ich dann schließlich nen typen, der mich zur anmeldung bringt. die frau an der rezeption meint, dass ich kurz warten solle bis herr germann kommt. okay, denke ich mir, wär kein problem gewesen, wenn meine beine nicht so extrem gezittert hätten und mir  nicht so verdammt schlecht gewesen wäre. nun gut. jemand kommt ins lehre wartezimmer rein. ein kleines mädchen. "liest du mir etwas vor?", fragt es mich schüchtern. ich bejahe und noch bevor ich das buch aufschlagen kann, öffnet sich die tür zum zweiten mal. herr germann betritt den raum, schüttelt meine hand und begrüßt auch das kleine mädchen freundlich. wir gehen ein stockwerk weiter nach oben und er bietet mir sofort tee an. KALORIEN! schießt es mir durch den kopf und ich bedanke mich und beneine trotzdem höflich, aber bestimmt. herr germann befragt mich, lässt mich reden, versteht mich. ich hätte es nie gedacht, aber ich fühle mich wohl bei ihm. pudelwohl. hab jetzt wöchentlich termine mit ihm.