vorsicht! ich möchte eine allgemeine triggerwarnung ausprechen, da ich nicht weiß, wie du als einzelner leser auf meine texte reagieren könntest. geschrieben wird hier über gedanken, träume und erfahrungen, die eventuell verstörend und/oder triggernd sein könnten. wenn du dich als leser instabil fühlst, solltest du meinen blog nicht lesen. ich übernehme keine verantwortung für triggernde inhalte. bei fragen und/ oder problemen kannst du dich gerne bei mir melden, durchstöbere hierzu das impressum oder nutze die kommentarfunktion.

31.10.2011

ich sehe durch die runde. das sind sie, meine besten freundinnen. ihre gesichter sind vom feuer hell erläuchtet, sie lachen und halten alle ein tasse tee in der hand. am liebsten würde ich das jetzt fotografieren. jeannie kokelt im feuerkorb rum, ari und emma spielen gitarre und gaby und ich besprechen, wann wir uns mal wieder treffen wollen. "was sollen wir singen?", fragt ari und schnell einigen wir uns auf hero of war von rise against. minuten später werden unsere schrägen stimmen auch von den gitarren begleitet. gaby schaut mich an, hebt zwei finger zum peace zeichen. ganz eindeutig, sie will eine rauchen. geht grad nicht, die anderen mädels verabscheuen sowas. einige stunden später liegen jeannie, gaby und ich auf dem gartenhausdach von ari, schauen in den himmel und hören musik von gabys geliebten mp4player. "so, ich schau dann mal, was die da drin so machen. mir wirds hier doch n bisschen zu kalt", meint jeannie und verschwindet im dunklen. gaby packt die kippen aus, ein strom von freude durchfährt mich, als sie mir auch eine in die hand drückt. "also samstag kommste zu mir und dann feiern wir, ja?", will sie sich noch mal vergewissern. als ich dann endlich den bitteren geschmack im rachen habe, kann ich so richtig entspannen. "mir is grad aufgefallen, dass bald der 11.11.11 ist. irgendwie witzig." ich zucke zusammen. sie weiß nicht, dass das der todestag meiner mum ist. nicht drüber nachdenken. nein. nein. nein. und dann reden wir über musik, den sinn des lebens, träume. ich mag sie. gaby. bald kenne ich sie ein jahr. als sie in unsere klasse kam, fand ich sie anfangs extrem komisch, aber gleicht mir ziemlich. das gefällt mir. nach der zweiten kippe gehen wir auch rein und feiern mit den anderen zusammen aris geburtstag weiter, später sind wir dann alle noch im dorf spazieren gegangen. und alles ohne alkohol. heute: petra: "warum sitzt du dahinten in der ecke? nichts besseres zu tun? das macht mich nervös." - "warum sollte ich nicht?" - petra: "sei nicht wieder so unfreundlich, hab ich dir irgendwas getan? ich wollte nur nett nachfragen, was du da machst!" ja ne, is klar. total freundlich, wirklich. fick dich.

30.10.2011


danke tabata. meine lieblingsfächer sind religion und deutsch (1), ich wohne in niedersachsen (2), liebe alte fotos und alte bücher (3), verstehe mich oft mit jungen besser als mit mädchen (4), habe eine schwester und drei stiefschwestern (5), nur eine stiefschwester wohnt hier bei mir (6), in letzter zeit nah am wasser gebaut (7).

ich sitze im bus, weiß nicht, was mich erwartet. musik dröhnt in meinen ohren, ich checke mit hilfe meines handys mein make-up. bah, seh ich scheiße aus. rudolfsplatz! ertönt eine frauenstimme aus den lautsprechern über mir. langsam stehe ich auf, versuche niemanden im bus anzusehen. alle starren sie mich an. zumindest bilde ich mir das ein. weil ich so hässlich bin, weil ich so fett bin, weil ich nicht in diese welt passe. der bus hält, ich steige aus, atme frische luft ein. noch cirka 200meter und ich bin da, bei henne und sabrina und deren freunde, bei ihrem kleinen sohn max. er wird heute getauft und ich soll die taufpatin werden, aber das weiß ich zu dem zeitpunkt noch nicht. ich stehe vor einem großen haus, klingle. renne die treppen hinauf und frage mich, wie viele leute wohl schon da sein werden. alle taufpaten sollen da sein. keine ahnung, wie viele das sind. henne öffnet mir die tür, begrüßt mich herzlich. ich lächle. wie alt ist er nochmal? keine ahnung. irgendwas mit 20. früher, als ich 8 oder so war, stand ich auf ihn. man ist das lange her. sabrina kommt auf mich zu, umarmt mich, beide freuen sich anscheinend, dass ich da bin. komischerweise ist es relativ ruhig in der wohnung, klingt nicht so, als wären viele leute da. die küchentür öffnet sich, ein junge kommt mit max auf dem arm raus. oder ist es eher ein mann? egal, junger mann. gibt mir die hand, stellt sich vor. "hi, ich bin felix." sabrina meint, dass wir uns noch von früher kennen. keine ahnung, der typ scheint nett zu sein. er ist nicht besonders hübsch, aber trotzdem zieht er mich irgendwie an. zehn minuten später sitze ich mit max auf dem schoß und ner flasche mit babymilch in der hand in einem schaukelstuhl und gebe ihm zu trinken. wie süß er ist. ich streiche über seine stirn, seine winzigen fingerchen und seine noch winzigeren fingernägel. genau sieben monate ist der kleine alt. eine träne kullert über meine wangen. "weißt du, max, als ich erfahren hab, dass deine mama schwanger ist, ist ein paar tage später meine eigene mum gestorben. weißt du, sie ist weg und du bist da. ein mensch geht, ein anderer kommt. so ist. das", flüstere ich ihm zu. er hört auf zu nuckeln, schläft ein. ich beobachte ihn, spüre seinen atem, wecke ihn auf, damit er noch kurz ein bäuerchen macht. sabrina kommt rein, grinst, fragt mich, ob ich überfordert bin. aber das bin ich nicht. ich liebe dieses baby. und ich bin so glücklich, dass ich seine patentante sein darf. plötzlich kommen viele leute herein und eine stunde später stehe ich in der kirche und halte marc über das taufbecken. und immer wieder sehe ich diesen jungen, felix.

28.10.2011


23 uhr, ich klappe den rechner zu. was jetzt? trinken. ich hole die weinflasche aus meinem schrank, öffne sie, mache laut musik an und feiere mein leben. ist opfer, wenn man das alleine macht, aber es wird das letzte mal sein, dass ich alleine trinke. jawohl. mein handy vibriert. scheiß drauf, ich bin grad nicht erreichbar. casper ertönt, ich lege mich aufs bett und fixiere einen punkt auf der decke. der abend war gut, verdammt gut. ich hab mit vince geschrieben. endlich. endlich. endlich. noch ein schluck. ich hasse wein, es schmeckt scheiße. egal. heute ist das letzte mal. ich stehe auf, gehe zum schreibtisch und grabe mich durch massen von büchern, finde endlich das, was ich gesucht hab: ein buch über alkohol. ich schlage nach und rechne aus, dass ich, wenn ich diese flasche austrinke 75g reinen alkohol intus hab. ungefähr 50g zu viel, aber was solls. 24 uhr, die hälfte des weins ist leer, ich renne alle 5 minuten runter aufs klo, ich hab verdammt gute laune. mein handy vibriert wieder, ich schaue endlich nach. beide sms waren von rickie, ob ich vorbeikommen will. ne. ich hab kein geld mehr auf dem handy, also muss ich nicht antworten. hätte ich sowieso nicht gemacht. ich bin nur noch am lachen, höre alte kinderlieder und lese zeitschriften. der wein ist mein treuer begleiter. 0:30, ich sitze heulend in der ecke und vermisse mein altes leben, ein leben ohne alkohol, selbstverletzen und mit meiner mutter. ich hole das messer aus der schublade, halte den drang, mich zu schneiden aber dann doch zurück. 1:00 die flasche ist leer, ich bekomme hunger und esse ein brötchen, öffne das fenster und lege die beine auf das dach, ich kann über das ganze dorf schauen. wunderschöner anblick. scheiß leben. ich würde am liebsten runterspringen und dann laufen gehen, wie ich das in letzter zeit öfters nachts gemacht hab, wenns mir scheiße gingen. bloß da bin ich durch die haustür gegangen. ich spiele mit nem feuerzeug rum, überlege, von wo ich es hab. ach scheiß drauf. alles egal. in 5 jahren bin ich sowieso weg vom fenster. 1:30, ich liege im bett, die leere flasche wein neben mir. ich kriege alles nur noch als dritte person mit, mir ist kotzübel. egal, ich muss noch mehr haben und renne (!) die treppe runter, falle hin. gott sei dank nicht laut. ich sitze bin im badezimmer, stecke mir den finger in den rachen und kotze. ich freu mich wie ein kleines kind. worüber weiß ich auch nicht. alles egal. dann gehe ich in die küche und nehme 4 große schlucke jägermeister, ich lach mich darüber schlapp, dass ich keine luft mehr bekomme. dass ich eben grade gekotzt hab hab ich schon längst vergessen. ich gehe hoch, lege mich ins bett und liege einfach nur noch rum, bin aber wenigstens so schlau, die flasche zu verstecken. 30 minuten später bin ich dann wohl runtergerannt und hab ne kotzschüssel geholt, kann ich mich nicht mehr dran erinnern. morgens bin ich in einem bett voll kotze aufgewacht, ich hab gestern nacht noch gebrochen. seitdem ist mir schlecht, ich habe überhaupt keinen bock mehr auf alkohol und ich hab heute auch nichts gegessen. vielleicht hat diese schocktherapie (;D) echt was gebracht. ich opfer.

27.10.2011

danke lilly (http://alonethroughthedark.blogspot.com/)  für den blogaward. ich gebe den award an athena, jannik, lynn und kämpferin. gibt nur vier, aber wen juckts? ich bin klein (1), habe zuhause einen kleinen zoo (2), bald eventuell rothaarig (3), fett (4), eintracht braunschweig fan (5), gymnasiastin (6) und will die welt sehen und frei sein (7).

25.10.2011

 diesmal mit video, weil diese haare einfach wunderschön sind.
und jetzt sitze ich hier wieder, kämpfe mit dem drang, nach unten zu gehen und den jägermeister auszupacken. oder das messer aus der schublade zu nehmen. oder zu den jungs nach draußen zu gehen und einfach nur zu feiern. auf mein scheiß leben. ich muss bis donnerstag schnittfrei bleiben, denn ich muss zum arzt wegen dem psychologen und so weiter. danach ist dann alles egal. dann kann ich mich hängen lassen. ich sitze hier und höre schlechte musik, schaue mir bilder von früher an und trinke literweise wasser. ich weiß nicht genau, wie der abend noch verlaufen wird. hoffentlich so wie gestern. ich saß bis 11 am pc und plötzlich wurde mir klar, wie lange ich nicht mehr abends draußen war. ich hab rickie angerufen und er meinte, dass die jungs und er in ner halben stunde da sein würden. da seine stimme sich nicht nüchtern angehört hat, hab ich mir schnell warme sachen angezogen und bin runtergegangen. dort hab ich dann drei große schlucke jägermeister aus der flasche meines vaters genommen und dann noch ein halbes glaß ekliges bier aus der zapfanlage meines onkels, die ist noch hier, weil bei uns letztens ne feier war. dann ist mir aufgefallen, dass ich noch 20minuten hatte. noch einen großen schluck jägermeister und dann hab ich mir meine laufschuhe angezogen und hab mich rausgeschlichen. das schleichen war eigentlich kaum nötig, weil alle schon geschlafen haben, aber ich mags gerne dramatisch. dann bin ich laufen gegangen. keine ahnung warum, aber ich bin richtig gesprintet. die ganze zeit um den block. dann hab ich die jungs gesehen. endlich. und den rest erspare ich euch lieber. 
und grad ist mir klar geworden, dass das ein großer fehler war.
70 posts - 80 kommentare, danke!
bald rote haare

24.10.2011

es gibt viele menschen, die mutig sind. mutige menschen. andere menschen sind aber auch nicht mutig. das sind feige menschen. nur stellt sich die frage, wie man  mutig definiert. sind menschen mutig, wenn sie mit einem fallschirm aus einem flugzeug springen? oder kann man auch sagen, dass man mutig ist, wenn man neu beginnt? alles hinter sich lässt, einfach neu anfängt, in eine neue stadt geht, ohne geld und ohne beziehungen? ist das mut? jeder findet andere menschen mutig. ist es mutig oder einfach schlichtweg dummheit, wenn man ohne sicherung einen großen berg hochklettert? wenn du dein ganzes leben lang in deinem haus hockst und nie rausgehst und dann, nach 20 jahren einen schritt nach draußen wagst, ist das dann auch mut? du merkst schon, mut ist immer anders zu definieren. für mich ist mut, wenn jemand in den krieg zieht um kranke menschen zu retten, ja, dass ist für mich mut. für andere ist das einfach nur selbstlosigkeit und für die, die wirklich in den krieg ziehen um leben zu retten, ist das vielleicht pures selbstverständnis. mut gehört zum leben dazu, egal in welcher form. mut kann dich verändern, mut kann ganze leben zerstören. aber nur, wenn aus mut übermut wird. man muss mut einteilen und manchmal muss man sie auch zügeln, denn sonst kann alles ganz schnell vorbei sein. zack.  und denk nicht, dass das leben einfacher ist, wenn du nie mutig bist. möchtest du denn später mal, wenn du steinalt bist, auf dem sofa liegen und dich ärgern? dich ärgern, dass du so vieles nicht ausprobiert hast, dass du immer nur zu hause gehockt hast?

22.10.2011


du bist wütend, wütend auf dich. aus wut möchtest du schreien, um dich schlagen, alles zertrümmern. manche menschen sind auch schon aus wut gestorben. einfach so. sie haben sich aufgeregt und dann sind sie geplatzt. einfach so. aus wut. möchtest du auch so enden? du denkst garnicht daran, dass viele menschen verzweifeln würden, wenn du plötzlich nicht mehr da wärst. sie würden nachts nicht schlafen können, weil sie der gedanke zerfrisst, dass du aus wut gestorben bist. deine ma, dein dad, dein bruder. auch deine mitschüler und deine freundinnen und freunde, deine lehrer, deine exfreunde, deine nachbarn, deine großeltern. alle würden sie nicht schlafen können. vielleicht würden sie auch wütend werden und dann auch sterben, einfach so. dir ist das egal, weil du einfach nur wütend bist. weshalb du so wütend bist, weißt du schon lange nicht mehr. vielleicht geht es dir auch nur ums prinzip. genauso wie damals, als du noch klein warst und aus dem fenster gesprungen bist. einfach so, aus wut. nur, weil dein bruder dir deine puppe nicht wiedergeben wollte. und du wurdest wütend. möchtest du jetzt auch wieder aus dem fenster springen, unten liegen, alle gliedmaßen verdreht und wütend vor dich hin blutend? ist es das, was du möchtest? vielleicht gibt es ja doch gründe, weshalb du wütend bist. denk nochmal nach. bist du wütend auf deine mutter, die nie zeit für dich hat? bist du wütend auf deinen vater, der nur trinkt und nie an dich denkt? bist du wütend auf deinen bruder, weil er dich immer ärgert? bist du wütend, dass du keine schwester hast? wut ist immer da, auch wenn du nichts anderes mehr hast. sie bleibt. sie passt auf dich auf. sie hilft dir, dich nicht zu vergessen. sie ist immer für ich da. du kannst deine wut wegtrinken, wegkiffen, wegtanzen. aber sie kommt immer wieder, sie wird nie wirklich weg sein. warum? darauf gibt es keine antwort. ist einfach so. reiche menschen sind wütend, arme sind wütend. dicke wie dünne, alte wie junge. und du bist nur eine von ihnen. eine von den wütenden. und sag mir: bist du wirklich wütend? hasst du wirklich die welt? bist du wirklich wütend auf dich? gehört wütend sein nicht dazu? zum leben? sags mir!


 fragen und feedback? formspringlink rechts auf der sidebar. wenn ihr nichts schreibt kann ich auch kein video machen. (;

21.10.2011


eine träne kullert über meine wange, meinen hals hinab. ich habe es getan, mama. ich habe es nicht geschafft. ich möchte den laptop zuklappen, aber es geht nicht. langsam scrolle ich den verlauf hinunter, schlucke. wie süß er doch ist. ich könnte dir jetzt tausende verläufe von ihm und mir posten, mum. von vince. ich will sie nicht lesen. vier monate, vier verdammte monate lang hat er mir den kopf verdreht. und dann, plötzlich, hat der kontakt nachgelassen. keine ahnung warum. das erste mal in meinem leben hatte ich bauchkribbeln und wenn ich ehrlich bin hab ich das auch heute noch, wenn ich an ihn denke. damn, ich liebe ihn immernoch.  ich hab doch so lange nicht an ihn gedacht, war mir sicher, dass das eine schöne zeit war und sie nun vorbei ist. ende, schluss. und jetzt muss ich  mir wie eine bekloppte seine verläufe, seine mails reinziehen? das kann nicht sein. er hat mir oft komplimente gemacht, hat mich baby, tatlim, askim genannt. ich fands nicht so toll, das kam so.. keine ahnung, so besitzergreifend rüber. manchmal hat er auch einfach nur geschrieben: "wenn ich abends im bett liege, stell ich mir oft vor, dass du neben mir liegst. oder, dass ich dich küsse. ich stelle mir so viel vor. ich denke zu viel nach." und ich fand das süß, hab ihm das alles nicht geglaubt. oft haben ihn mädchen angeschrieben, er hat nicht geantwortet. das waren so kleine stylermädchen. "die sollen doch erwachsen werden.", meinte er dazu immer. und dann hat er gesagt, dass er mich mehr mögen würde, weil ich so eine tolle ausstrahlung hätte. man, vince, warum haben wir kaum mehr kontakt? damn! 
aber wenn ich ehrlich bin geht es mir schon wieder gut, ich bin nur traurig.
ein ganzer post nur über ihn. verdammte scheiße, ich hasse das alles.

20.10.2011


ich laufe, laufe, laufe. ein fuß setzt sich vor den anderen, mein pony klebt an meiner stirn, schweiß rinnt meinen rücken hinab. meine hose rutscht, hastig sehe mich um. da ist niemand. ich renne trotzdem weiter, sporne mich an. will es bekämpfen, das nichts. muss gewinnen, muss schneller sein. ich sehe alles verschwommen, laufe nurnoch. mein bauch krampft und ich renne noch schneller, renne um mein leben. ein stein, ein moment der unachtsamkeit und ich falle. nicht auf den boden, nein. in ein großes loch. es ist nicht schwarz wie in den meisten filmen, sondern bunt, kunterbunt. ich falle in ein loch, sehe meine freunde, meine hunde, meinen besten freund, alles. momente, situationen. ein großer knall. ich bin angekommen. angekommen im nichts.
ich will heute nacht gerne allein raus, so wie letztens mit ihr. bloß ohne jemanden anderes. soll ich es wagen?

zwei bitten: bitte votet für mich (auf den button rechts klicken und dann bei der umfrage für den blog talking with my mum stimmen) und fragen bei formspring stellen, die ich dann bei ausreichender anzahl zu einem video zusammenfassen kann. (link rechts) danke!

19.10.2011

bitte votet ab 24uhr für mich! (blogname: talking with my mum) link: born to be fat - blog of the month
"was hast du da am arm?", sie kommt auf mich zu, zeigt auf meinem arm. dann deutet sie auf ihren arm, narben. nicht weinen, nicht weinen, nicht weinen. "warum?", frage ich sie und sie zuckt nur mit den schultern. mir läuft ein schauer über den rücken und ich entschuldige mich: "sorry, ich hasse die frage diese frage ja auch." nun sitzen wir da, schauen uns in die augen, schweigen. in der hand halten wir beide ein kleines glaß vodka, ich möchte trinken, möchte reden, möchte lachen, fröhlich sein. "willst du reden?" fragt sie. ich schüttele den kopf, ziehe meine beine zu meinem bauch, atme tief ein und lächle. anscheinend einigermaßen überzeugend, denn sie grinst zurück und wir kippen den vodka  runter, das tut gut. "sag mal, habt ihr hier in diesem kaff irgendwie mal nen zigarettenautomaten?" möchte sie nach ein paar weiteren kleinen gläsern wissen. "klar", erwidere ich und schon ziehen wir uns warm an. blickdichte strumpfhose, warmer l-pulli von sam und warme socken. ich werfe einen kurzen blick auf die uhr, es ist 2 uhr, dad und petra schlafen schon lange. gut so. draußen ist es still, wir kichern und erzählen uns geschichten von früher. positive, keine traurigen. nach ein paar minuten sind wir da. klick klack, plötzlich halte ich zwei packungen lucky strike in der hand. sie nimmt l&m, weil sie lucky strike nicht mag. ich habe noch nie zigaretten gekauft. musste ich ja nie, weil die jungs welche hatten und ich sowieso nicht oft rauche und auch noch nicht lange. feuerzeug raus, dads perso weg. ich halte das feuerzeug in der hand, was mir sam mal geschenkt hat, es ist wunderschön. das hat er einem kleinem fetten jungen mal geklaut, als wir noch zusammen waren. ich hab es kaum benutzt. zigarette raus, angemacht. so lässt es sich leben. ich atme aus, sie fragt mich, ob ich cas höre. sofort fangen wir an von ihm zu schwärmen, diskutieren über seine lieder und sowas halt. ich freu mich, dass sie cas mag. wir biegen in meine straße ein. alles  gut, alles klar, alles toll. später hat sam dann noch angerufen und kam mit rickie und just vorbei, war ganz gut aber nichts besonderes. wie immer.

17.10.2011


ich will nicht mehr, scheiß leben, tag null, lied passt
heute gefastet
 ohne dich, mum
cut my life into pieces this is my last resort. suffocation, no breathing, don’t give a fuck if I cut my arm bleeding his is my last resort cut my life into pieces i’ve reached my last resor suffocation, no breathing don’t give a fuck if I cut my arm bleeding do you even care if I die bleeding would it be wrong, would it be right if I took my life tonight, chances are that I might mutilation out of sight and I’m contemplating suicide cause I’m losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine Inever realized I was spread too thin ill it was too late and I was empty within hungry, feeding on chaos and living in sin downward spiral, where do I begin it all started when I lost my mother no love for myself and no love for another searching to find a love upon a higher level finding nothing but questions and devils cause I’m losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine nothing’s alright, nothing is fine i’m running and I’m crying I’m crying, I’m crying, I’m crying, I’m crying I...can’t...go...on...liv-ing...this...way cut my life into pieces this is my last resort suffocation, no breathing don’t give a fuck if I cut my arm bleeding would it be wrong, would it be right if I took my life tonight, chances are that I might mutilation out of sight and I’m contemplating suicide cause I’m losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine losing my sight, losing my mind wish somebody would tell me I’m fine nothing’s alright, nothing is fine I’m running and I’m crying I...CAN'T...GO...ON...LIV...ING...THIS...WAY can’t go on living this way nothing’s ALL- RIGHT

16.10.2011

fleisch, fleisch, fleisch. "mary, hast du dir schon was ausgesucht?", fragt mein dad und zeigt auf die menükarte, die ich in der hand halte. "nee, irgendwie gibts hier nichts veganes." "äh klar, schau dir mal die karte genau an, da gibts extra gemüsepfannen und sowas.", mischt sich petra ein. genervt antwortet dad, dass sie genau weiß, dass ich sowas nicht mag. bäh, pilze. "später wird sie mangelerscheinungen haben, wenn sie so weitermacht.", erwidert petra zickig. dad meint, dass er  früher genauso war. endlich finde ich etwas: kartoffelrösti. die bedienung kommt, nimmt die bestellung auf. nein, trinken möchte ich nichts. ja, ich möchte nur rösti und ja, ich weiß, dass das eine beilage ist. nein, ich möchte keinen salat dazu. ja, ich bin mir sicher. ja, das reicht mir. "hören sie mal, wenn meine tochter das essen möchte, dann lassen sie sie doch!", mischt sich mein dad endlich ein. eingeschnappt haut die bedienung ab. "siehste, nicht nur ich finde dein essverhalten mangelhaft." petra kann es nicht lassen. "also ich finde, dass mary toll aussieht weil sie kein fleisch isst.", wirft meine kleine schwester ihne meinung in die gruppenkonversation. dankbar nicke ich ihr zu. das essen wird gebracht. dann ist erstmal ruhe. "achso, dad, ich wollte mal fragen ob leon irgendwann mal wieder bei mir pennen kann, wenn er in die stadt kommt..", frage ich hoffnungsvoll. "klar, wenn wir unsern anbau einweihen kommt seine familie sowieso, da kann er ja bei dir schlafen." antwortet dad. strike. "ähm, aber er schläft doch nicht bei ihr im zimmer, oder?", versucht petra zu demonstrieren. "er schläft schon seit ich denken kann bei mir im bett, er ist so wie mein bruder.", meine ich und dad: "lass das mal unsere sorgen sein." juhu, er ist auf meiner seite. "mein gott, thomas, ich beneide dich echt nicht um deine tochter."
fick dich, petra.


veränderungen. es gibt positive und negative veränderungen. veränderungen können jemanden von der einen auf die nächste sekunde zum glücklichsten menschen der welt machen, gleichzeitig können sie einem auch das gefühl geben, aufeinmal ganz allein auf der welt zu sein. veränderungen gehören zum leben dazu. jeder geht anders mit veränderungen um. manche freuen sich auf veränderungen, andere blicken voller erfurcht auf die anstehende veränderung. ohne veränderungen wäre unser leben sehr langweilig, manchmal auch einfacher oder schwieriger. vielleicht kommt eine veränderung auch mal genau an dem augenblick, an dem man eine solche nicht gebrauchen kann, aber dann ist es wichtig, nach vorne zu sehen. man darf nicht wegen einer klitzekleinen oder auch riesengroßen veränderung aufhören zu leben, man muss nur überlegen, wie man es schafft weiter zu gehen. den eigenen weg. jeder hat einen eigenen weg. manche menschen erkennen dies erst sehr spät, wenn es schon zu spät ist, manche möchten keinen weg gehen und versuchen dagegen anzukämpfen und andere wiederum sind neugierig und erkunden den weg. den eigenen weg. man sollte immer auf sein herz hören. ich kann euch nicht sagen, ob ihr den richtigen weg geht, das weiß niemand. manchmal schlagt ihr den falschen ein, aber das gehört dazu. wichtig ist, dass ihr immer auf euer herz hört und dass ihr veränderungen hinnehmt und das beste drauß macht.

15.10.2011

es war am donnerstag, dem 19. mai 2011. wir wollten uns um 18:30 uhr bei mir im dorf treffen, ich würde mit meiner hündin kommen und ihn von der bushaltestelle abholen. ich kam gegen halb zwei von der schule nach hause und war so heftig aufgeregt, dass ich nichts aß und bis halb sechs versuchte meine haare einigermaßen hinzukriegen und mich zu neu schminken. mit dem ergebnis war ich einigermaßen zufrieden. dann ging dann ins bad zum zähne putzen. ich stand da also, zahnbürste im mund, als er mich aufeinmal anruft. ich bekomme erstmal voll den schock weil ich dachte das er vllt absagen wollte, aber er meinte nur: "hey, ich wollte kurz sagen, dass ich 5min später komme, hab mir grad den busplan angeschaut. freu mich auf dich!" viel mir ein stein vom herzen! echt süß, wegen 5min anzurufen. soo, dann maschierte ich also um 18:35 uhr mit meinem hund zur bushaltestelle und setzte mich mit klopfendem herzen hin. als ich dann den bus in die straße einbiegen sah, wurde ich erstaunlich ruhig und schaute auf meine fetten, hässligen beine. der bus hielt an, ich stand auf, sah nach oben und schaute ihn an..
wundervoll.. er stand also vor mir, uns beiden fiel erstmal die kinnlade runter und fragte mich: "du bist echt dreizehn? ich hätte dich jetzt locker auf 15 geschätzt.." aber er schaute dabei nicht auf meine brüste oder so, er hat nur meine augen angestarrt. ich war total hin und weg und hatte erstmal voll die orientierungsschwierigkeiten. wir sind dann erstmal durchs dorf geschlendert, haben ein bisschen gequatscht, eigentlich wie jedes normale date. aber er machte mir immer wieder komplimente, aber nicht so, dass ich mich bedrängt gefühlt hab oder so. es war perfekt. wir beide waren total nervös. nach einer stunde waren wir dann wieder beim bus angekommen, mir war aufgefallen, dass er wieder total nervös wurde, aber ich wusste nciht warum. er meinte, dass ich wunderbar sei und überhaubt nicht abnehmen müsse.. kein plan woher er weiß, dass ich mich selbst hasse. soo, nun standen wir da bei der bushaltestelle, der hund zwischen uns und er fragte mich: "wie sagst du immer tschüss?" er formte die lippen zu einen kussmund.. aha. er wollte mich also küssen.. nicht beim ersten date, meinte ich dann so in der art. und er hat es akzeptiert. er hat mich angegrinst und meinte, dass wir uns umbedingt nochmal treffen sollten.
ich liebe ihn. das ist ein älterer text. bei "meine geschichte" erzähle ich auch etwas über ihn, vince.

14.10.2011


wisst ihr, ich fühle mich so alleine. meine besten freundinnen planen städtereisen und mädelsabende ohne mich, begründung: mary mag sowas ja sowieso nicht. mein bester freund ist so weit weg und wir telefonieren in letzter zeit nicht mehr jeden abend miteinander. meine kleine schwester hat ja ihre neue schwester und mein vater hat seine freundin. sogar meine hündin hat jetzt jemanden, wir haben ja jetzt noch nen zweiten hund. ich bin alleine. alleine. alleine. sogar hier, unter den zweiten accounts, schreibe ich kaum mit anderen leuten, ab und zu mal so ein paar tage lang, aber nie länger als einen monat. ich bin alleine. alleine. alleine. mama, ich vermisse dich so. ich bin alleine. alleine auf dieser welt. jedes mal, wenn ich mich mit diesem therapeuten treffe, erzähle ich, dass es mir super geht und mein einziges problem petra ist. faail, ich bin das problem! ich! ich! ich! warum bin ich noch hier? ich will weg! ich brauche endlich mal jemanden, der mir zuhört, der auch selbst probleme hat! der therapeut, meine freundinnen, mein dad, alle wollen, dass ich meine probleme erzähle. aber sie können garnicht verstehen wies sich anfühlt allein zu sein, weil sie das nicht selbst erleben. ich will nicht mehr.

13.10.2011

ich will hier raus!

12.10.2011

die beste zeit meines lebens! freizeit sommer 2010. morgens um sechs uhr klingelt mein handywecker, die sonne blendet mich. meine kleine schwester, die auf dem stockbett am andren ende des zimmers bis eben geschlafen hat, stöhnt auf und quängelt, dass sie noch schlafen will. die andren frauen und mädels wachen erst garnicht auf, ich gehe zu meiner schwester und lege sie wieder ins bett. oooh, schon kurz nach sechs! schnell bikini an und handtuch suchen und dann ab nach draußen. es ist noch frisch, aber als ich meine jungs und meinen trainer sehe, wird mir gleich wärmer. sam, just und samuel gehen mit mir zusammen zum see, die andren dackeln noch müde hinterher. es ist halb sieben, kein mensch ist zu sehen. ich denke an meine mama, sie ist jetzt bestimmt schon wach und denkt an uns und die chemo. ich vermisse sie. samuel quatscht mich die ganze zeit voll, bis mir der kragen platzt und ich ihn ignoriere.. am see angekommen, waten wir zögerlich durchs wasser, morgens ist es immer sehr kalt. mit meinem kumpel bernd schwimme ich ein wenighin und her, lange halten wir es allerdings nicht aus. um sieben uhr machen wir uns auf den rückweg, sam, just und ich haben noch backschaft und müssen noch komplett aufbacken. pünktlich um 8uhr kommen dann auch die älteren und die kleinen aus ihren hütten und setzen sich zu uns an die aufgebackten tische. beim essen baut unsere mannschaft wie immer scheiße, wir spielen unter den tischen mit steinen fußball. nachdem wir abgebackt haben, kommt unser gruppenleiter & erzählt uns, dass um 11uhr surfen angesagt ist, danach wer möchte segeln bzw cashen. es ist 9uhr, in 1 1/2 stunden müssen wir fertig sein. wir holen ein paar decken aus der hütte der älteren & legen uns auf den catamaran, der in der mitte des hofes steht. nun liegen wir da, just, sam und ich und hören musik. ich fühle mich die ganze zeit beobachtet.. irgendwann schaue ich nach links und blicke in sams augen, er war es, der mich die ganze zeit angeschaut hat. wir cremen uns alle gegenseitig den rücken mit sonnencreme ein und setzen unsere camps auf und ab zum surfen. schnell den neo an, das surfbrett von den hotten surferboys geholt und ab gehts, 3 stunden sollen wir surfen. allerdings verlässt uns nach nur einer stunde die lust, wir machen das segel ab und legen uns flach auf die bretter. irgendwann sitzen just, sam und ich dann auf einem brett, es ist schwierig die balance zu halten. ich bin sehr still.. höre auch nur halbherzig zu, was die beiden jungs untereinander erzählen. ich verstehe es auch nicht, sie reden etwas von 4jahren altersunterschied, just meint, dass das viel zu viel ist, aber sam verdeidigt das immer wieder. er meint, dass es auf die liebe ankommt. ich verstehe es nicht.. aber irgendwann muss mir aufgefallen sein, dass der altersunterschied zwischen sam und mir 4 jahre ist, denn ich versuche schnellstmöglichst abzuhauen. just schwimmt mir hinterher und will mich ausfragen, wie ich sam finde. ich ignoriere ihn und just meint, ich soll zu sam gehen, er würde gleich nachkommen. naguuut, denke ich und schwimme zum surfbrett von sam und lasse mich von ihm hochziehen. "wir müssen nachher mal reden.. ok?", fragt er mich. ich bejae, obwohl ich garnicht so richtig weiß, worüber wir reden sollen. für mich ist liebe zwar nichts neues, aber er ist 4 jahre älter!
abends sitzen just, sam und ich in der küche und sind dabei, zwiebeln für das abendessen zu schneiden. wir heulen die ganze zeit, auch als die zwiebeln längst im kochtopf sind. es ist schon sehr lustig mit den beiden, vorallem weil sie sich total anstrengen, cool rüberzukommen. nach der backschaft treffen sich meine sechs jungs und ich uns unten beim beachvolleyballfeld, wo ein kleines zelt ist. wir setzen uns im kreis auf den boden und spielen durak, ich habe das spiel immernoch nicht so richtig kapiert. mit engelsgedult versucht es mir sam zu erklären, aber irgendwann gibt auch er auf und wir spielen alle zusammen wahrheit oder pflicht. ich will das eigentlich garnicht spielen, weil mir klar ist, dass ich immer irgendwas mit sam machen muss. aber letztendlich lasse ich mich dann doch erweichen. gottseidank muss ich niemanden küssen oder ähnliches, ich muss bloß meine socken und meinen pulli ausziehen, da wir uns etwas ausziehen müssen, wenn wir etwas nicht tun wollen. dann wird sam von just gefragt: "liebst du sie?" er: "ja." ich versuche nicht umzukippen, mein herz pochert, aber ich weiß, dass ich s nicht liebe. um 12uhr sollten wir dann eigentlich langsam ins bett, die meisten gehen dann auch wirklich, bloß just, sam und ich sind noch übrig und legen uns mit einer decke auf das beachvolleyball feld. ich zittere, es ist sehr kalt, obwohl ich in der mitte zwischen den beiden liege. die beiden umarmen mich, aber irgentwann lässt just los, weil er mit seiner freundin telt. das ist nun der startschuss für sam, er legt behutsam sein bein auf meins, streichelt mir übers gesicht und lächelt mich an. ich lächle zurück, streichle seinen rücken. wir umarmen uns, ich küsse ihn vorsichtig kurz auf den mund. sein bein liegt immernoch auf mir drauf, er ist erregt. aufeinmal hören wir justs stimme: "UND JETZT KÜÜÜÜSSEN!". mir ist das unglaublich peinlich, dass er uns sehen kann, aber sam sagt ganz ruhig: "wir lassen uns zeit." boah. sam, du bist so perfekt.
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einen tag später kamen wir dann zusammen.
ein paar wochen später zerbrach unsere beziehung, weil er nicht damit klar kam, dass ich ihn nicht so sehr geliebt habe, wie er mich. ich kann ihn gut verstehen.
danke, für die schöne zeit, sam! ♥
das war einer meiner ersten texte - ist mindestens ein jahr alt.

11.10.2011


meine augen fallen zu. ruhig. im hintergrund höre ich die sanfte stimme von cas, seine stimme macht mich ruhig. ich liebe ihn. ich liebe seine stimme. mein handy vibriert, ich schrecke auf. sms von jeannie. "scheiße, wir schreiben morgen englisch und donnerstag spanisch, haste gelernt?" oh nein. gänsehaut. natürlich hab ich nicht gelernt. ich hab andere sachen zu tun als schule. verdammte schule. mein bauch fängt sofort an zu stechen, ich krümme mich zusammen und plötzlich laufen mir tränen über die wangen. ich schaff das alles nicht. ich bin eine versagerin. ich will nicht noch eine fünf schreiben. nein. ich schließe die augen. selbst in unterzahl ergeben uns nie, lieber gestanden am sterben als reich leben auf knien. ich will nicht mehr. mama, hol mich hier raus. ich bin scheiße. hilf mir, mama! ich rolle mich zusammen, strecke mich wieder aus. schlage mit meinem kopf gegen die wand, beiße in meine hand. nur das dumme war, sandra liebte dich auch. augen auf. augen zu. ich entkrampfe mich. neben mir liegt sam. 'ich liebe dich, mary.' seine lippen auf meinen. du warst mal ein jahr da, dann ein jahr krieg. du, mama, und ich. wir liegen in der hollywoodschaukel, du erzählst mir von früher. ich erzähle dir von heute. wir sind seelig. der trick ist immer die balance zwischen nehmen und geben. rickie tanzt vor mir, bass bewegt unseren hüftschwung, er berührt meine taille, grinst mich an. nur todeswunsch, um zu gucken wer kommt. vince, der sich durch die haare fährt und mir sagt, wie süß ich bin. jeannie, die mich umarmt und mir zuflüstert, wie sehr sie mich liebt. meine hunde, die mich fröhlich umrennen, weil sie spielen wollen. mein papa und meine schwester, die am küchentisch sitzen und karten spielen. bitte komm zurück in den farben von blut. mama, komm wieder. mama, ich vermisse dich. mama, ich kann nicht mehr.

10.10.2011


abend nummer eins

"hast du feuer?" ich zucke zusammen. "klar", antworte ich rickie, der mit ner zigarette im mundwinkel vor mir steht. neben mir sitzt just, starrt auf den see. rickie beugt sich vor, ich zünde seine kippe an und er lächelt mich kurz an. seufzend lasse ich mich neben just fallen. ganz automatisch hält er mir sein bier hin, ich schüttele den kopf. ganz langsam. ganz überlegt. zu große angst habe ich, dass mein trainer was merkt oder er wieder nen atem test macht. das checkt just anscheinend auch, denn er zieht das bier zurück und trinkt es selbst aus. rickie raucht seine kippe auf, schnippst sie in den see. "raucht ihr eigentlich auch?", fragt er, "also so richtig?". just steht auf, klopft erde von seiner jeans und erwidert:" hm, wochenende undso." ich antworte das selbe. aber das ist eine lüge. ich hab ja schon viel gemacht, auch joints und shisha - aber noch nie hab ich zigaretten geraucht. eigentich ist das ja das wenigste übel, aber ich wollte nie das machen, was meine mutter krank gemacht hat. nie, nie, nie. ein eiskalter schauer läuft mir über den rücken. rickie und ich stehen auch auf, gehen am ufer entlang richtung heim, wo die anderen sind. minuten später sitzen wir oben mit ein paar älteren auf dem balkon. alle sind besoffen, außer ein mädchen und ich. anni heißt sie glaube ich. sie ist die jüngste außer mir hier. 17. die anderen lachen, trinken und erzählen sich geschichten. sie sind eine gemeinschaft, obwohl sie morgen früh wieder konkurenten sein werden. rickie sucht meinen blickkontakt, nickt richtung parkplatz. ich schaue zu just. auch er grinst mich an. wir stehen fast gleichzeitig auf, wobei just allerdings kurz torkelt. als ich an meinem besoffenem trainer vorbei gehe, der heute neunzehn wird, hält er mich kurz fest. "solange es in maßen bleibt dürfen die beiden jungs bier aus dem hänger nehmen, klar?" ich nicke und laufe dann hinter den jungs her. wenn mein trainer bloß wüsste, dass sich die jungs bereits daran bedient haben.. just piekst mir in die seite, hebt mich hoch und tut so, als würde er mich die treppe runter werfen wollen. wenn er das macht, fühle ich mich immer wie ein dünnes mädchen. ein mädchen mit perfekter figur. ein mädchen, was man einfach so hochheben kann. ich würde so gerne so ein mädchen sein. wir überqueren eine hell beleuchtete straße, die jungs holen sich ein paar flaschen bier aus dem hänger, der direkt neben einer laterne steht. rickie rennt gradewegs in durch eine pfütze. niemand lacht, rickie flucht kurz, dann gehts weiter. just spuckt auf den boden, rickies schritt beschleunigt sich, ich kneife die augen zusammen und versuche den pfützen und den schlaglöchern aus dem weg zu gehen. das wird immer schwerer, da es hier hinten keine laternen mehr gibt. rickie, just und ich bleiben stehen, wir haben unser ziel erreicht: eine dunkle, fast trockene ecke hinterm parkplatz. hier kann niemand rickie beim rauchen erwischen.

ich hole mein feuerzeug raus, rickie macht damit zwei flaschen bier auf, schaut mich kurz fragend an. ich weiche seinen blicken aus. er soll kein drittes bier aufmachen. nein. ich trinke heute nichts. rickie zündet sich schon wieder ne kippe an, just nimmt nen zug, dann wieder rickie. ich weiß, dass rickie nun erwartet, dass ich dran bin. er will mich nicht zwingen, schließlich bin ich ja noch soo jung. haha. fest entschlossen greife ich die kippe, ziehe einmal, zweimal. gebe sie weiter. nicht husten. es prickelt, mein hals brennt. ich atme durch die nase aus. "halt kurz, muss pissen. kannst ruhig trinken. mir egal." mit diesen worten drückt just mir sein bier in die hand und verschwindet in der dunkelheit hinter ein paar bäumen. "lass lieber.", lallt rickie. jetzt erst recht, denke ich mir. jetzt erst recht. ich halte mein bier vor seins, proste ihm zu. sekunden später spüre ich den wunderbaren geschmack von wolters auf meiner zunge, exe das bier runter. just kommt wieder, eine flasche vodka dabei. grinst uns an. jetzt erst recht. jetzt erst recht. der vodka bleibt vorerst geschlossen, denn das bier muss erstmal leer werden. ich trinke noch ne flasche, die jungs noch zwei. obwohl noch bier übrig ist, macht rickie die flasche auf und trinkt. plötzlich klingelt mein handy, mein trainer hat mir ne sms geschickt. "wo seit ihr?" ich beschriebe ihm unsern standort, just versteckt die bierflaschen und ich nehme noch schnell nen schluck vodka und gebe sie dann rickie, der sie hinter einen baum stellt. ein paar sekunden werden wir schon von der taschenlampe meines trainers geblendet. er quatscht ein bisschen mit uns, wir albern rum. dann wird er ernst. "trinkt nicht zu viel, jungs. und wenn ihr schon trinkt, dann bekommt mary auf keinen fall was." mein herz hämmert. die jungs bejahen und unser trainer haut wieder ab. endich, jetzt erst recht. bier, hmm. zwei stunden später, als wir drei schon lange dicht sind, schwören wir uns ewige treue. mein handy vibriert. "ab ins bett!", hat mir mein trainer geschickt. wir machen uns auf dem weg, rickie rennt wieder in eine pfütze. alle lachen. alles ist locker. "lass öfters mal feiern gehen, nicht nur bei wettkämpfen, ja?", fragt just. keine antwort. stille. ich lache. rickie lacht. just lacht. jetzt erst recht.

06.10.2011


hallo, ich bin von freitag nachmittag bis sonntag nachmittag weg. deswegen werde ich eventuell nicht mehr on sein, vielleicht noch heute abend oder morgen mittag. ist aber nicht sehr wahrscheinlich.
bin auf wettkämpfen, berichte folgen. ohja, wird das toll, haha.
bei der blogvorstellung könnt ihr euch wahrscheinlich bis montag bewerben. wär toll, wenn sich noch ein paar anmelden.

05.10.2011


"ne, ich finds nicht gut, wenn du mit deinen freundinnen an deinem geburtstag im wohnzimmer schläfst.", mischt sich petra in das gespräch zwischen meinem papa und mir ein. "petra, ich rede mit mary momentan darüber und nicht mit dir.", verteidigt mich dad,"außerdem, was ist daran so schlimm?" gespielt negativ erregt kreischt petra: "hallo? das wohnzimmer ist mit dem esszimmer verbunden, wo sollen wir denn dann essen? und außerdem sind die mädchen doch sicherlich  laut, ich kenn doch mary! und ich habe jetzt keinen bock mit euch über so einen scheiß zu diskutieren." "dich hat ja auch niemand nach deiner meinung gefragt.", flüstere ich so leise, dass ich es selbst kaum verstehe. wütend braust petra ab,ins haus, keine ahnung ob sie mich gehört hat. ungewollt kullern mir plötzlich tränen über die wangen, meine augen brennen sofort durch den sich auflösenden mascara. "hey, was ist los? dein geburtstag ist doch erst ende dezember und bis dahin können wir das sicherlich nochmal alles besprechen!", dad kommt auf mich zu, umarmt mich und versucht mich zu beruhigen. aber ich weine nicht, weil ich enttäuscht bin, dass petra meine idee nicht gut findet, sondern ich weine, weil mir plötzlich klar geworden ist, wie sehr ich petra hasse. ihre art, sich in alle dinge einzumischen, zu allem ihre meinung zu sagen, alles. und ich vermisse dich so stark, mama. ich breche richtig zusammen, kann nicht aufhören zu weinen, beiße in meinen daumen, will schreien, will hier raus! plötzlich ist alles ruhig. dads feste brust direkt vor mir, seine arme streicheln meinen rücken, ich rieche seinen wundervollen männergeruch. "ich vermisse sie doch auch..", flüstert er. er gibt mir ein taschentuch und ich renne mit einem meiner hunde ins haus. drinnen angekommen, pflaumt mich petra sofort an: "sagmal, warum hast du den hund jetzt schon wieder mit reingenommen?" wieder fange ich an zu weinen, renne die treppe hoch, knalle die tür zu, zünde meine taufkerze an und fange an mit dir zu reden, mama.

"MAMA, wo bist du? hol mich hier raus! ich brauche dich! warum hast du mich verlassen? ich hasse petra, verstehst du das? ich brauche dich, verdammt! scheiße, warum grade du? warum grade ich? warum grade wir? WARUM? mama, ich brauche dich! nein, nein, nein. das kann doch nicht wahr sein! ich habe dich gestern doch noch gesehen. ja. im krankenhaus, mit wackeligen beinen hast du versucht aufzustehen, ich habe gesagt, dass du sehr dünn geworden bist und du hast nur gelächelt und geantwortet: 'wenigstens ein vorteil hat diese krankheit!' und ich habe gelacht, du hast gelacht. mama, warum grade du? ich will nicht mehr ohne dich leben, hörst du? ich hasse mich. warum bist du gestorben und nicht ich? ich kann nicht mehr! verdammte scheiße!" wütend hämmere ich mit den fäusten, mit meinem kopf gegen die wand, gehe zu der schublade. die mit dem messer. meinem geliebten messer. nein, denke ich, nein, du musst das jetzt aushalten, mary. ich drehe um, schmeiße mich aufs bett, beiße ins kissen, kann meine augen nicht mehr öffnen, weil sie so weh tun. "warum?" will ich schreien, ich will brüllen. plötzlich wird die tür aufgerissen, petra: " ähm, kannst du mal leise sein? die kleinen wollen schlafen." ohne auf eine antwort zu warten, dreht sie sich um, knallt die tür zu und ich bin wieder allein. agressiv schmeiße ich mehrere kissen gegen die wand, beiße mir in die hand. "mama, gib mir kraft, gott gib mir kraft." stöhne ich, springe auf, renne gegen die wand, drehe um, gehe zu der schublade und hole das messer wieder heraus. ich kann nicht mehr. ich muss es wieder tun. geht nicht anders. ich setze an. alles kribbelt. die tränen laufen mir übers gesicht, auf mein top. ich ziehe durch. nochmal. nochmal. meine tränen trocknen, blut läuft über meinen arm. ich habe es wieder getan. scheiße. oder auch nicht. schlagartig geht es mir besser, mein arm pochert und alles wird heiß. ich liebe dieses gefühl. so tief war ich noch nie, blut tropft auf den boden. endlich kann ich wieder lachen. mein handy klingelt. jeannie. lachend drücke ich weg. wie scheiße das leben doch ist.