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10.10.2011


abend nummer eins

"hast du feuer?" ich zucke zusammen. "klar", antworte ich rickie, der mit ner zigarette im mundwinkel vor mir steht. neben mir sitzt just, starrt auf den see. rickie beugt sich vor, ich zünde seine kippe an und er lächelt mich kurz an. seufzend lasse ich mich neben just fallen. ganz automatisch hält er mir sein bier hin, ich schüttele den kopf. ganz langsam. ganz überlegt. zu große angst habe ich, dass mein trainer was merkt oder er wieder nen atem test macht. das checkt just anscheinend auch, denn er zieht das bier zurück und trinkt es selbst aus. rickie raucht seine kippe auf, schnippst sie in den see. "raucht ihr eigentlich auch?", fragt er, "also so richtig?". just steht auf, klopft erde von seiner jeans und erwidert:" hm, wochenende undso." ich antworte das selbe. aber das ist eine lüge. ich hab ja schon viel gemacht, auch joints und shisha - aber noch nie hab ich zigaretten geraucht. eigentich ist das ja das wenigste übel, aber ich wollte nie das machen, was meine mutter krank gemacht hat. nie, nie, nie. ein eiskalter schauer läuft mir über den rücken. rickie und ich stehen auch auf, gehen am ufer entlang richtung heim, wo die anderen sind. minuten später sitzen wir oben mit ein paar älteren auf dem balkon. alle sind besoffen, außer ein mädchen und ich. anni heißt sie glaube ich. sie ist die jüngste außer mir hier. 17. die anderen lachen, trinken und erzählen sich geschichten. sie sind eine gemeinschaft, obwohl sie morgen früh wieder konkurenten sein werden. rickie sucht meinen blickkontakt, nickt richtung parkplatz. ich schaue zu just. auch er grinst mich an. wir stehen fast gleichzeitig auf, wobei just allerdings kurz torkelt. als ich an meinem besoffenem trainer vorbei gehe, der heute neunzehn wird, hält er mich kurz fest. "solange es in maßen bleibt dürfen die beiden jungs bier aus dem hänger nehmen, klar?" ich nicke und laufe dann hinter den jungs her. wenn mein trainer bloß wüsste, dass sich die jungs bereits daran bedient haben.. just piekst mir in die seite, hebt mich hoch und tut so, als würde er mich die treppe runter werfen wollen. wenn er das macht, fühle ich mich immer wie ein dünnes mädchen. ein mädchen mit perfekter figur. ein mädchen, was man einfach so hochheben kann. ich würde so gerne so ein mädchen sein. wir überqueren eine hell beleuchtete straße, die jungs holen sich ein paar flaschen bier aus dem hänger, der direkt neben einer laterne steht. rickie rennt gradewegs in durch eine pfütze. niemand lacht, rickie flucht kurz, dann gehts weiter. just spuckt auf den boden, rickies schritt beschleunigt sich, ich kneife die augen zusammen und versuche den pfützen und den schlaglöchern aus dem weg zu gehen. das wird immer schwerer, da es hier hinten keine laternen mehr gibt. rickie, just und ich bleiben stehen, wir haben unser ziel erreicht: eine dunkle, fast trockene ecke hinterm parkplatz. hier kann niemand rickie beim rauchen erwischen.

ich hole mein feuerzeug raus, rickie macht damit zwei flaschen bier auf, schaut mich kurz fragend an. ich weiche seinen blicken aus. er soll kein drittes bier aufmachen. nein. ich trinke heute nichts. rickie zündet sich schon wieder ne kippe an, just nimmt nen zug, dann wieder rickie. ich weiß, dass rickie nun erwartet, dass ich dran bin. er will mich nicht zwingen, schließlich bin ich ja noch soo jung. haha. fest entschlossen greife ich die kippe, ziehe einmal, zweimal. gebe sie weiter. nicht husten. es prickelt, mein hals brennt. ich atme durch die nase aus. "halt kurz, muss pissen. kannst ruhig trinken. mir egal." mit diesen worten drückt just mir sein bier in die hand und verschwindet in der dunkelheit hinter ein paar bäumen. "lass lieber.", lallt rickie. jetzt erst recht, denke ich mir. jetzt erst recht. ich halte mein bier vor seins, proste ihm zu. sekunden später spüre ich den wunderbaren geschmack von wolters auf meiner zunge, exe das bier runter. just kommt wieder, eine flasche vodka dabei. grinst uns an. jetzt erst recht. jetzt erst recht. der vodka bleibt vorerst geschlossen, denn das bier muss erstmal leer werden. ich trinke noch ne flasche, die jungs noch zwei. obwohl noch bier übrig ist, macht rickie die flasche auf und trinkt. plötzlich klingelt mein handy, mein trainer hat mir ne sms geschickt. "wo seit ihr?" ich beschriebe ihm unsern standort, just versteckt die bierflaschen und ich nehme noch schnell nen schluck vodka und gebe sie dann rickie, der sie hinter einen baum stellt. ein paar sekunden werden wir schon von der taschenlampe meines trainers geblendet. er quatscht ein bisschen mit uns, wir albern rum. dann wird er ernst. "trinkt nicht zu viel, jungs. und wenn ihr schon trinkt, dann bekommt mary auf keinen fall was." mein herz hämmert. die jungs bejahen und unser trainer haut wieder ab. endich, jetzt erst recht. bier, hmm. zwei stunden später, als wir drei schon lange dicht sind, schwören wir uns ewige treue. mein handy vibriert. "ab ins bett!", hat mir mein trainer geschickt. wir machen uns auf dem weg, rickie rennt wieder in eine pfütze. alle lachen. alles ist locker. "lass öfters mal feiern gehen, nicht nur bei wettkämpfen, ja?", fragt just. keine antwort. stille. ich lache. rickie lacht. just lacht. jetzt erst recht.

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