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05.10.2011


"ne, ich finds nicht gut, wenn du mit deinen freundinnen an deinem geburtstag im wohnzimmer schläfst.", mischt sich petra in das gespräch zwischen meinem papa und mir ein. "petra, ich rede mit mary momentan darüber und nicht mit dir.", verteidigt mich dad,"außerdem, was ist daran so schlimm?" gespielt negativ erregt kreischt petra: "hallo? das wohnzimmer ist mit dem esszimmer verbunden, wo sollen wir denn dann essen? und außerdem sind die mädchen doch sicherlich  laut, ich kenn doch mary! und ich habe jetzt keinen bock mit euch über so einen scheiß zu diskutieren." "dich hat ja auch niemand nach deiner meinung gefragt.", flüstere ich so leise, dass ich es selbst kaum verstehe. wütend braust petra ab,ins haus, keine ahnung ob sie mich gehört hat. ungewollt kullern mir plötzlich tränen über die wangen, meine augen brennen sofort durch den sich auflösenden mascara. "hey, was ist los? dein geburtstag ist doch erst ende dezember und bis dahin können wir das sicherlich nochmal alles besprechen!", dad kommt auf mich zu, umarmt mich und versucht mich zu beruhigen. aber ich weine nicht, weil ich enttäuscht bin, dass petra meine idee nicht gut findet, sondern ich weine, weil mir plötzlich klar geworden ist, wie sehr ich petra hasse. ihre art, sich in alle dinge einzumischen, zu allem ihre meinung zu sagen, alles. und ich vermisse dich so stark, mama. ich breche richtig zusammen, kann nicht aufhören zu weinen, beiße in meinen daumen, will schreien, will hier raus! plötzlich ist alles ruhig. dads feste brust direkt vor mir, seine arme streicheln meinen rücken, ich rieche seinen wundervollen männergeruch. "ich vermisse sie doch auch..", flüstert er. er gibt mir ein taschentuch und ich renne mit einem meiner hunde ins haus. drinnen angekommen, pflaumt mich petra sofort an: "sagmal, warum hast du den hund jetzt schon wieder mit reingenommen?" wieder fange ich an zu weinen, renne die treppe hoch, knalle die tür zu, zünde meine taufkerze an und fange an mit dir zu reden, mama.

"MAMA, wo bist du? hol mich hier raus! ich brauche dich! warum hast du mich verlassen? ich hasse petra, verstehst du das? ich brauche dich, verdammt! scheiße, warum grade du? warum grade ich? warum grade wir? WARUM? mama, ich brauche dich! nein, nein, nein. das kann doch nicht wahr sein! ich habe dich gestern doch noch gesehen. ja. im krankenhaus, mit wackeligen beinen hast du versucht aufzustehen, ich habe gesagt, dass du sehr dünn geworden bist und du hast nur gelächelt und geantwortet: 'wenigstens ein vorteil hat diese krankheit!' und ich habe gelacht, du hast gelacht. mama, warum grade du? ich will nicht mehr ohne dich leben, hörst du? ich hasse mich. warum bist du gestorben und nicht ich? ich kann nicht mehr! verdammte scheiße!" wütend hämmere ich mit den fäusten, mit meinem kopf gegen die wand, gehe zu der schublade. die mit dem messer. meinem geliebten messer. nein, denke ich, nein, du musst das jetzt aushalten, mary. ich drehe um, schmeiße mich aufs bett, beiße ins kissen, kann meine augen nicht mehr öffnen, weil sie so weh tun. "warum?" will ich schreien, ich will brüllen. plötzlich wird die tür aufgerissen, petra: " ähm, kannst du mal leise sein? die kleinen wollen schlafen." ohne auf eine antwort zu warten, dreht sie sich um, knallt die tür zu und ich bin wieder allein. agressiv schmeiße ich mehrere kissen gegen die wand, beiße mir in die hand. "mama, gib mir kraft, gott gib mir kraft." stöhne ich, springe auf, renne gegen die wand, drehe um, gehe zu der schublade und hole das messer wieder heraus. ich kann nicht mehr. ich muss es wieder tun. geht nicht anders. ich setze an. alles kribbelt. die tränen laufen mir übers gesicht, auf mein top. ich ziehe durch. nochmal. nochmal. meine tränen trocknen, blut läuft über meinen arm. ich habe es wieder getan. scheiße. oder auch nicht. schlagartig geht es mir besser, mein arm pochert und alles wird heiß. ich liebe dieses gefühl. so tief war ich noch nie, blut tropft auf den boden. endlich kann ich wieder lachen. mein handy klingelt. jeannie. lachend drücke ich weg. wie scheiße das leben doch ist.

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