vorsicht! ich möchte eine allgemeine triggerwarnung ausprechen, da ich nicht weiß, wie du als einzelner leser auf meine texte reagieren könntest. geschrieben wird hier über gedanken, träume und erfahrungen, die eventuell verstörend und/oder triggernd sein könnten. wenn du dich als leser instabil fühlst, solltest du meinen blog nicht lesen. ich übernehme keine verantwortung für triggernde inhalte. bei fragen und/ oder problemen kannst du dich gerne bei mir melden, durchstöbere hierzu das impressum oder nutze die kommentarfunktion.

29.11.2011

ich bin allein. das wird mir in letzter zeit immer mehr bewusst. vor allem bei meiner familie.. wenn man das überhaupt so nennen kann. ich hasse sie einfach. petra. ich hab immer wieder in letzter zeit bauchschmerzen, wenn ich nach hause komme. ich fühle mich hier nicht willkommen,  grenze mich ab, will nicht mehr. petra sagt mir ständig, dass ich unnormal bin,  versucht meinen vater gegen mich aufzuhetzen und ach keine ahnung. ich kann und will langsam nicht mehr. ich möchte hier weg. morgen muss ich wieder zum psychologen und ich werde ihm mal wieder alles erzählen und er wird mir wie immer zeigen, dass ich übertreibe. ich will nicht. was hat das alles für nen sinn? ich lebe zum wochenende hin, schreibe schlechte noten, erzähle meinen freunden, dass es mir gut geht. nein. das geht  nciht mehr. ich hasse dich, petra. so sehr. jeden tag würde ich dich am liebsten umbringen. du bist so falsch. mir fallen grade so viele situationen ein, in denen du irgendjemanden beleidigt hast oder so etwas in der art und ich einfach meine klappe gehalten habe, weil ich angst hab. wovor weiß ich auch nicht. ich glaub ich hab einfach zu viel respekt vor erwachsenen. eins steht fest: lange halte ich das hier nicht mehr aus, ganz sicher  nicht. und dazu kommt noch, dass ich wieder unglaublichen druck habe.

27.11.2011

wenn uns der tod holt heißt es auf wiedersehen. so ist das. oder? was ist der tod? was passiert nach dem tod? warum interessieren sich so viele für das thema? warum haben manche angst vor dem tod, andere wünschen sich den tod? vielleicht stirbst du und du wirst von engeln empfangen, dein geist steigt in den himmel, du triffst gott. oder aber du siehst eine tür vor dir. was ist hinter der tür? du weißt es nicht. neugierig öffnest du sie. du bist ruhig, dein bauch kribbelt. vielleicht ist hinter der tür alles weiß, ein endloses, strahlendes weiß. oder eine zweite welt oder was auch immer. aber.. vielleicht passiert auch nichts. du bist tot. und tot. und tot. nicht mehr da. vielleicht liegst du auch da und kannst denken, bist da, aber trotzdem tot. ich meine, man weiß es ja nicht. kann ja auch sein, dass es so ne art hölle oder fegefeuer gibt, man weiß es nicht. wichtig ist, dass du dich mit dem thema auseinander setzt. mit dem tod. es ist nie zu früh. verdreh ruhig die augen. aber ich hab nie dran gedacht, dass meine mutter sterben könnte, auch, als die diagnose kam, auch, als es ihr immer schlechter ging. ich habe mich nie mit dem thema auseinander gesetzt und als es dann soweit war, war es zu spät. dann kam alles unvorbereitet und ich wusste nicht an was ich glauben soll und an was nicht. ich kann mir bis heute nicht vorstellen, dass sie weg ist. alles habe ich falsch gemacht. ich habe mir selbst die schuld an allem gegeben, bin krank geworden. und jetzt bin ich hier.

24.11.2011

"mary, kommst du? wenn der fernseher läuft kannst du auch essen!", ruft mich mein vater. ich stöhne auf. mein kopf hämmert, meine schläfen pochern, weiße flecken vor den augen, finger kribbeln. mir wird schwindelig. langsam steige ich die treppe hinab, taste mich voran. "na, soll ich dich runtertragen?", fragt er mich ironisch. er hat urlaub. grr. "papa, mir gehts wirklich schlecht", versuche ich es nochmal. "dann mach den fernseher aus!" - "ich schau doch garnicht, ich höre nur, damit ich mich nicht so allein fühle..", versuche ich es ihm zu erklären. mir ist kotzübel. "iss was", meint petra. niemand nimmt mich hier ernst. mein ohr piept. ich zucke zusammen. "als deine mutter mal migräne hatte lag sie tagelang im zimmer und hat auch keinen fernseher laufen lassen", fängt mein vater wieder an. eine träne läuft mir über die wange. ich muss stark bleiben, kralle meine fingernägel unterm tisch in meine oberschenkel. "heul doch", meint petra und ich renne die treppe hoch, sehe nichts, spüre nichts, weine nur. schlage gegen die wand, schreie, kratze meine arme auf, beiße meine lippen kaputt. "räum dein zimmer auf, hier siehts ja aus wie in ner schlampenhöhle!" ups, mein dad ist hier. ich beachte ihn nicht. er geht wieder raus. minuten später liege ich ruhig in der ecke. meine schläfen pochen, finger kribbeln, weiße  flecken vor den augen, kopf hämmert. meine arme sind rot, meine lippen bluten, die tapete hat risse von meinem fingernägeln abgekommen. und ich fange wieder an mit dir zu reden. "mama, du hast mich immer verstanden, du wusstest, wie es mir geht und was ich fühle. du hast mir immer das gefühl gegeben, nicht allein zu sein. ich will zu dir, ich muss zu dir. hol mich." ohne zu überlegen suche ich in der ganzen unordnung einen schal. wickle ihn um meinen hals. "ich kann nicht mehr." und ziehe fest zu.

20.11.2011

ich bin grad echt überrascht, berüht, gerührt, glücklich. am freitag hatte ich noch 190 oder 191 leser und dann bin ich mal einen tag nicht online und schon 200. fuck! wie geil. ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht. ich hab den blog jetzt seit dem 2. juli, also über 5 monate (wenn ich mich jetzt verrechnet hab is ts peinlich) und in dieser zeit 200 leser zu bekommen, ist wirklich toll. ich schreibe eigentlich nur das auf, was ich erlebt habe und ich freue mich, dass sich 200 menschen dafür interessierten. 11.000 klicks. 170 kommentare. 97 posts. ich möchte mich bedanken und hab deswegen vor einer woche diese umfrage gestartet und bei 73 % mit 109 stimmen ist der sieger das bild von mir. soo. ich bin so ein bisschen unvorbereitet, weil ich echt nicht gedacht habe, dass das alles so schnell geht. ich habe ab mittwoch rote/ orangene haare und  ich könnte vielleicht danach ein bild machen oder auch davor. ich mag mich nicht auf bildern. aber was solls. ich bedanke mich bei allen. den menschen, die täglich meine posts kommentieren, die mir mut geben. diejenigen, die mir mails schicken, die mich aufmuntern möchten obwohl es ihnen selbst nicht gut geht. ihr wisst schon, dass ihr gemeint seid. aber am allermeisten bedanke ich mich bei meiner königin athena, sie ist alles. rechts auf der sitebar sieht man ihre blogs. sie kann so gut schreiben, sie kann so gut helfen, sie ist so toll, so toll, so toll. wir sind so gleich, aber doch verschieden. wir kennen uns grade mal einen monat oder so, athena, aber ich liebe dich einfach. ich habe schon öfters darüber nachgedacht, diesen blog zu löschen. aber ich mach es nicht, weil das hier schon ein fester bestandteil meines lebens ist. formspring hab ich zwischendurch gelöscht und hab es jetzt seit ein paar tagen oder wochen wieder, link hier. ich schreibe auch wieder tagebuch. morgen oder so werde ich vom wochenende schreiben, dann wird alles wieder normal. irgendwie habe ich angst, ein bild von mir reinzustellen. aber ich werds machen, ja.
danke.

18.11.2011

"und ist bei euch irgendwer in der familie schon gestorben?", fragt frau bach in die runde. alle schauen plötzlich zu mir. manche unauffällig, andere glotzen richtig. "mary, bei dir weiß ichs ja schon", will sie mich beruhigen. "danke", antworte ich leicht agressiv und angenervt. sie schauen weg. niemand sagt etwas. ein paar minuten später erzählen ein paar unsicher von ihren großeltern oder großtanten die bereits gestorben sind. eine zicke fängt heftig an zu weinen. "als ich zwei war, ist mein opa gestorben, er war erst 94" nick meldet sich. "jenni, ich glaub ich raste aus. vergleich das mal bitte mit marys verlust. ich meine, dein opa ist sehr alt geworden, was will man mehr? du heulst hier rum und mary sitzt hier und ist stark, grinst und zeigt uns nicht, was sie denkt." bam. ich zittere. amy schaut mich unsicher an. was sollte das jetzt? "aber der konfirmationsunterricht ist doch dafür da, dass man seine gefühle ausdrückt. dann ist mary hier wohl falsch", zickt jenni und ich werde rot. frau bach meint, dass das jedem selbst überlassen sei. jenni rennt aufs klo. alles still. alle schauen betreten auf den boden. "mary, das tut mir sehr leid mit deiner mum", kommt eine stimme aus der ecke. simon! der größte behinderte scheißkerl den es gibt, ein gnadenloser pupertierender sklave der schon zweimal auf der hauptschule und grundschule sitzen geblieben ist. ich lächle. ich sitze da. amy legt ihre hand auf meinen schoß. "kannst du dich noch an die beerdigung erinnern?", fragt phil mich. er war in der grundschule in meiner klasse und wir waren gut befreundet. "nur, dass viele leute da waren." lüg ich. ich mag es nicht, im mittelpunkt zu stehen. "wie geht es dir?", fragt frau bach. "gut", antworte ich ohne zu überlegen und ziehe meine ärmel runter.
would you know my name, if i saw you in heaven?
would you be the same, if i saw you in heaven?
i must be strong and carry oon, cause i know:
i don't belong here in heaven.
would you hold my hand,
if i saw you in heaven?
would you help me stand,
if i saw you in heaven?
i'll find my way
through night and day
cause i know:
i just can't stay here in heaven.
time can bring you down,
time can bend your knee,
time can break your heart, 
have you begging: "please!"
beyond the door,
there's a place, i'm sure.
and i know 
there'll be no more tears in heaven.

17.11.2011

ich gehe vor dem großem eisentor lang, mein hals tut weh, meine lippen brennen. mein dad nimmt meine hand, ich will nicht. vor dem tor stehen zwei ältere menschen, dads eltern, mit denen wir schon jahrelang verstritten sind. ich schlucke. die beiden drehen sich unendschlossen weg und gehen. wir gehen durch das tor. tränen schießen mir aus den augen. hunderte leute stehen überall auf dem friedhof, drehen sich zu uns um, hören auf zu reden. ich bleibe stehen, sehe nichts mehr, kann nciht mehr. sacke auf die knie. "mary, steh auf!", fordert mich leon auf. ich stelle mich hin, er stützt mich. ich küsse ihn. ich sehe nichts mehr, alles tut weh. tausende bekannte kommen auf mich zu, umarmen mich. ich bin wie in trance, will nur noch weg. irgendjemand sagt mir, dass ich zu meiner familie gehen soll und schubst mich hin. 'welche familie?', will ich schreien, doch es geht nicht. nichts geht mehr. mein dad nimmt wieder meine hand. diesmal ist es okay. er führt uns in einen raum mit vielen bänken. mein lieblingspfarrer paul umarmt mich, ich setze mich neben meinen vater an den rand ganz vorne. ich schließe die augen, will den sarg nicht sehen, will diese vielen leute nicht sehen. "es sind viele gekommen um deine mama zu verabschieden", flüstert dad mir zu "bestimmt dreihundert. hoffentlich passen die hier alle rein." warum kommen hier so viele? das  ist ja unser halbes dorf. ich öffne die augen, sehe ihn. den sarg. weiß ist er. schneeweiß. ich find ihn hübsch. sie liegt darin. meine mama. mutter. mum. paul lässt die anderen rein, hundert leute müssen draußen warten. er fängt an zu reden. ich versuche zuzuhören, tränen kulllern mir übers gesicht. ich sehe mich um, will leon finden. ich seh ihn nicht. ich hör von überall gewimmer, schaue in lauter bekannte und unbekannte gesichter. "guck mal, da", flüstert mein dad mir zu und zeigt auf die große tür hinter uns. dort stehen jeannie und amy. rote nasen, rote augen. ich muss lächeln. das hätte ich nicht gedacht. ich habe sie noch nie weinen gesehen. plötzlich wird es leise. alle gehen nacheinander nach vorne und legen einen blumenstrauß neben den sarg, putzen sich die nase. als letztes sind wir dran. ich weiß nicht, was passiert. paul meint, dass wir rausgehen sollen und die männer mit den sarg hinter uns hergehen würden. wir gehen los, die menschen haben eine große schleise gemacht, schauen uns an. freunde von früher. alte menschen, junge menschen, kinder. alle stehen sie da.
und dann weiß ich nichts mehr..
nurnoch an das caffee trinken danach.

16.11.2011

"wie geht es dir?" psychologe
"gut, danke. also nein. mir gehts schlecht."
"wie läufts mit dem ritzen?"
"ich ritze mich nicht."
"wie läufts mit dem schneiden?"
"geht."
"aha,  okay. und warum?"
"ich hatte angst."
"wovor?"
"vor mir."

15.11.2011

do you hear the little monster in your mind? they whisper to you, they want that you do suicide..

fat monsters. you know, that something happens inside, but its not clear, why the little fat monsters are there.

you are never alone, the monsters are in every sitation there. sometimes you think, the monsters defeat  you, and sometimes you are very strong and optimistic.

there are many bad atmospheric fluctuations and so you only want to die. every year, every month, every week, every day, every minute, every second..

14.11.2011

"findest du dich hübsch so?", er holt sich einen stuhl, setzt sich gegenüber von mir. "besser als vorher", erwidere ich und lache. "willst du dir wirklich die haare bunt färben?", fragt er mich entgeistert "und warum malst du deine schuhe an und trägst solche komischen hosen?" - "samuel, lass das bitte meine sorge sein. ich will nicht so aussehen wie alle anderen", antworte ich leicht angenervt und mein trainer tüüp kommt an. "sachma, mary, wie siehstn du aus? wie son emo, ich sachs ja." ich werde rot, er tut so, als wär sein finger eine klinge. ich hab damals so einen großen fehler gemacht, als ich ihm das ausversehen gezeigt hab. rickie kommt an. "ich find mary so verdammt hübsch", mischt er sich ein. alle drehen sich zu ihm um, ich schaue ihn entgeistert an. "alle mädchen sehen gleich aus, sie hat wenigstens style." ich lächle ihn dankbar an. ich gehe zum signaldienst und wenige minuten später vibriert mein handy. "hör nicht auf die anderen", hat mir rickie geschrieben. 

13.11.2011

ich werde ihm alles sagen. dass ich mich seit ein paar tagen wieder schneide, dass ich wieder schlafprobleme hab und dass ich das verlangen nach alkohol habe. nicht sagen werde ich ihm, dass ich öfters mit freunden rauche und auch mit ihnen trinke. ich werde ihm von meinen ängsten wegen der schule erzählen und, dass ich mum manchmal höre. dass ich manchmal einfach nicht mehr kann und dann so lange mit den fäußten und meinem kopf gegen die wand schlage, bis ich regungslos auf dem boden liege. dass ich mich in letzter zeit oft alleingelassen fühle, sogar von meinen freundinnen. es ist alles so wie früher. moment ; es war nie anders. ich hab mich zwar ein halbes jahr nicht mehr regelmäßig verletzt, aber es ging mir immer schlecht. mal mehr, mal weniger. am anfang hat er mal das wort "klinik" erwähnt, als es mir noch so schlecht ging und ich das auch aller welt präsentierte. heute hab ich mich zurückgezogen, erzähle allen leuten nur sehr wenig negatives meinerseits. ich glaub, ich sollte wenigstens ihm, meinem therapeuten, die wahrheit erzählen. auch wenn das konsequenzen haben wird. 
danke anaxandra. meine oberlippe ist extrem schmal, meine unterlippe normal (1), ich mache grad englisch hausaufgaben (3), ich hab extrem lange nichts mehr für die schule gemacht (4), ich hasse den plauderkasten und antworte deshalb manchmal einfach nicht, aber auch, weil ich es nicht höre (5), viele finden, dass ich mich an den augen zu stark schminke (6), ich hab mir heute lashextensionpowder oder so bestellt (7).

12.11.2011

blogaward von alyeska. sehr schöner blog, vor allem der mauszeiger gefällt mir sehr. und nein, ich bin nicht genervt, ich mag awards. ich schau grad das supertalent, obwohl ich das hasse (1), ich hab angst vor hatern (2), ich bin total unselbstständig und hab immer angst, etwas falsch zu machen (3), ich liebe sommernächte (4), ich mag alle, die anders sind (5), ich hasse mainstream, bin aber selbst (noch) wie alle anderen, weil ich angst hab, ausgeschlossen zu werden (6), 8. oder. 9. klässlerinnen, die an unserer schule "anders" sind, werden als nutte bezeichnet und es wird über sie gelästert (7). an: anaxandra
alter, 90 posts, 140 kommentare
"mary, in letzter zeit machst du kaum mehr was mit uns", schreibt mich rickie an. "ja, sorry, hatte irgendwie keine zeit, läuft denn bald mal wieder ne aktion?", lüge ich. "naja, halt son bisschen chillen und so, kennste ja. stefan kommt auch. haste bock?" - "hm, okay." - "stefan will mit dir reden. " - "worüber?" - "... komm einfach zur siedlung um 11, wie immer", geht er off. super. stefan ist ein süßer pole, ich hab ihn erst einmal gesehen und fand ihn echt niedlich, aber total asi. seufzend klappe ich den laptop zu und sehe, dass es bereits halb elf ist. schminken, doppelt und dreifach anziehen, sachen packen. alles läuft wie in routine. früher war das jedes wochenende so. jedes wochenende? alter, ich bin dreizehn. ein kind. ich schleiche mich nach draußen, ziehe erst auf der straße meine schuhe an und renne dann die paar hundert meter zur siedlung. ich sehe mich um. vor mir ist ein schatten. ich bleibe stehen. gänsehaut, da ist niemand. "ich vermisse dich", höre ich. wer ist das? ich laufe wieder los, los von meiner einbildung. ich kannte diese stimme. auch ohne brille erkenne ich schon vom weiten, dass es rickie und die anderen sind, die in der siedlung rumstehen. was war das für eine stimme? "mary! und du kommst auch mal wieder? giiiiibts ja nicht", pampt just freundlich an und drückt mir gleichzeitig ein wolters in die hand. stefan steht vor mir, kippe in der hand, wolters in der anderen. grinst mich schief an. aber ich schaue nicht zurück. "na, kleine?", begrüßt mich rickie und ich piekse ihn in den nacken. ich bin nicht klein. wir gehen los. rickie, just, stefan, sam und drei typen, die ich nicht kenne. wir setzen uns auf eine bank auf dem verlassenen spielplatz, stefan setzt sich über mich auf die lehne und sucht, soweit es bei der dunkelheit geht, blickkontakt. nein. ich will nicht. rickie beugt sich zu stefan, sie flüstern. mir egal, ich hab mein bier und fertig. hole ne kippe raus und gebe just auch eine und bin glücklich, als ich den rauch spüre. "mary, kommst du kurz? reden und so." das war stefan. och nö. ich richte mich auf, just lacht. ich schaue ihn böse an, obwohl er das sowieso nicht sehen kann. keine laterne. leise folge ich stefan, er steuert auf eine vogelnestschaukel zu, setzt sich rein, ich daneben. "haste mal ne kippe?" fragt er und widerwillig gebe ich sie ihm. "also, was los?" möchte ich wissen und gebe ihm feuer. woher kam diese stimme verdammt nochmal? "äh ja also weißt du noch, wie wir uns letztens getroffen haben mit rickie und so, ne? also ich fand dich ganz süß" stammelt er. ich hasse leute, die wie sagen. und dann küsst er mich. er kann gut küssen. "gehts noch? glaubste ich bin so ne nutte oder was? meine fresse" aua, das war hart. als ob ich mich einfach von so nem asi küssen lasse. ne. ich laufe zu rickie. knall ihm eine. "was los?" fragt er ganz verstört. ich erzähle ihm alles, stefan sitzt immernoch in der schaukel. "sorry, das wollte ich nicht.. das war nicht abgemacht" 
eine stundee später liegen wir alle in der schaukel, rauchen, trinken und sind glücklich.
ohne stefan, so ein arsch.
es war die stimme meiner mutter.

11.11.2011

ich hab alles geändert, alles, alles. mir ist egal, wie ihr es findet. kritik nehme ich immer gerne an, aber ich brauche momentan ständig erneuerungen. ich ändere ständig meine profilbilder hier, male meine wände an, ändere meinen klamottenstil und halt auch meinen blog. ich werde bald wieder texte posten, normale texte. aber das wollt ich nur kurz sagen. immernoch in bearbeitung!
ich liebe euch.
 
wie kackdreist kann man eigentlich sein? mein text, mein copyright. klickt auf das bild, dann könnt ihrs lesen. 
 EDIT: sie hat den text runtergenommen und sich entschuldigt.

10.11.2011

liebe athena
whatever

ich sitze hier, bami filmpreis dinges läuft und ich denke nach. was machst du grade? was macht jeannie, meine beste freundin, grad? was hat mama vor einem jahr genau um die uhrzeit gemacht? vermutlich hat sie geschlafen. oder wenn nicht? was hat sie gedacht, als sie erfahren hat, dass sie jetzt einschlafen wird und niemals mehr aufwachen wird? verdammt. "endlich." - "was passiert mit mir?" das kann sie gedacht haben ich weiß es nicht, du weißt es nicht, niemand weiß es. aber ich kann manchmal nicht mehr. grade zum beispiel.. ich möchte zu ihr, sie soll hier sein. ein jahr, ein verdammtes jahr, also, wie hab ich das bis jetzt überlebt? scheiß frage mit alkohol, meinen messern, liebe, später auch rauchen und feiern.. und sag mir, war das richtig? nein, dass kannst du mir nicht sagen,niemand. vielleicht ich vielleicht sie meine mutter. sie wird immer bei mir bleiben, da, im herzen. aber ich will, dass sie hier ist. bei mir, hinter mir auf der fensterbank liegt mein messer, es ist blutverschmiert, ich habe es noch nie gesäubert. ih, ich weiß, aber es hilft mir und ich hab angst, mich wieder öfters zu schneiden das darf ich nicht verdammt nochmal. gestern habe ich nach langer zeit wieder blut fließen gesehen und das gefiel mir so sehr und das darf mir nicht gefalllen, nein, das ist krank, total krank. grad kam amy winehouse bei den diesjährigen gestorbenen bei bambi dings und ich finds gut wie sies gemacht hat. sicher hat sie alles erreicht, was sie wollte und das find ich gut. ich versuch grad ruhig zu bleiben, aber das geht nicht. gleich werde ich wieder gegen die wände schlagen und ich werde weinen. ich hab angst, dass ich morgen in der schule anfange zu weinen. das ist mir schonmal passiert aber das ist lange her fast ein jahr und ich möchte das nicht nochmal erleben. ich hab angst, dass meine freundinnen vergessen, dass sie am 11.11. gestorben ist, ich will raus aber es ist kalt, ich will weg aber weiß nicht wohin. morgen werde ich mir meine tiefen augenringe wegschminken, werde meine fettigen haare zurückbinden und dann werde ich mit erhobener nase das haus verlassen, werde im halbdunkeln durchs dorf fahren. durchs verlassene dorf, werde meine freundin abholen und werde angst vor dem vokabeltest haben. gleich werde ich runter gehen und essen aber das will ich garnicht, weil ich dann fett werde, weil mir dann schlecht wird

verdammt
was hat sie gedacht, bevor sie eingeschlafen ist?
was hat sie das ganze jahr gedacht, als sie im bett lag und auf uns gewartet hat?
hat sie schon aufgegeben?
wollte sie garnicht mehr leben?
nein
sie wolllte leben
sie wollte kämpfen
für uns
für papa
für sie
ja
das wollte sie
sie wollte uns nicht allein lassen
papa sagt, dass er glaubt, dass mama schon geahnt hat, dass sie sterben wird
das wär schrecklich
stell dir vor,
ein arzt kommt auf dich zu
du bist schwach
liegst in deinem bett
kannst dich kaum bewegen
hinter ihm geht ein mann lang
du kennst ihn
er ist DEIN mann
der vater deiner kinder
der, den du liebst
der, der dich die ganze zeit begleitet hat
aber jetzt musst alleine weitergehen
allein in den tod
ganz, ganz allein
und dir ist plötzlich alles egal
und du sagst deinem mann, dass er auf die kinder und deine eltern aufpassen soll und sich eine neue frau suchen soll
dann sagt der arzt, dass es nicht wehtun wird
WAS? willst du rufen WAS TUT NICHT WEH?
aber du weißt es
du hast es vorhin mit dem arzt besprochen
du wirst sterben
bilder gehen dir durch den kopf
von früher
von heute
aber nicht von später
weil es ein später nicht mehr geben wird
und dann wird alles still
du bist da
du bist nicht da
du bist da
du bist nicht da
...
danke kiana für den blogaward. klar freu ich mich. ich freue mich über jeden. morgen ist meine mutter ein jahr tot (1), heute hat mein vater die weinflasche entdeckt (2), er glaubt mir, dass nur meine freundinnen getrunken haben (3), ich hab so verdammt gelogen (4), gestern hab ich mich wieder geschnitten, scheiße (5), morgen schreib ich einen vokabeltest und ich kann nichts (6), aufgrund der weinflasche darf ich am wochenende nicht feiern gehen.
aaaan: blair und mary ann
kurz: mir geht es grad verdammt scheiße.

09.11.2011

ich träume viel. zu viel. zu oft. zu unrealistische dinge. dass du wieder da bist, mama. und dass sie weg ist. petra. dass alles so wie früher ist. eine welt ohne schmerz und kummer, mit geborgenheit und freude. es war nicht alles gut, aber ich war glücklich. ging mit einem guten gefühl zur schule und kam mit super laune nach hause. meine schwester und du, ihr habt schon auf mich mit dem mittagessen gewartet. meistens waren es brötchen. wir haben vom schultag erzählt, sie und ich. und du hast uns zugehört. hast mich gefragt, ob ich viel schulaufgaben aufhaben würde. dann ging ich hoch in mein zimmer, machte wie immer meine hausaufgaben. du hast mich dann vokabeln abgefragt. es war alles so normal, so selbstverständlich. ich war eine gute schülerin. habe immer zugehört. habe das gemacht, was du wolltest. hab keine cola getrunken, kam immer pünktlich um 7 nach hause, ging abends mit papa und dem hund raus und mein zimmer war immer ordentlich. und dann hat sich alles geändert. so schlagartig. so plötzlich. so unerwartet. ich kann grad nicht mehr weiterschreiben, ich kann einfach nicht mehr. vielleicht kommt heute abend noch was von mir. ich kann nicht mehr.

08.11.2011


was ist liebe? ich find diese frage sehr schwer. für manche liegt die antwort allerdings sofort auf der hand. familie, kinder, ein kleines häusschen, einen lebenspartner zu haben. ich kann mir sowas zum beispiel nicht vorstellen. für mich ist liebe.. jugend, leichtsinnigkeit, provokation, neugier. nichts auf dauer jedenfalls. die worte "ich liebe dich" haben heutzutage ihre bedeutung verfloren. "leider"? kann ich nicht sagen. das kann keiner sagen. zumindest niemand, der schonmal "ich liebe dich" zu irgendwem gesagt hat. beste freundin, kleine schwesteer, fester freund, opa. bla. aber vielleicht seht ihr das ja anders. ich möchte nicht verliebt sein. verliebt sein bedeutet schlaflose nächte, gebundenheit, stimmungswechsel.. aber liebe ist ja auch positiv. man ist nie wirklich allein. irgendwie fällt mir grad mehr nicht ein, aber das ist egal. für jeden ist liebe anders zu definieren, manche mögen die liebe, andere brauchen die liebe noch nicht. manche möchten einsam sterben, andere möchten mit 80 hand in hand mit ihrem ehepartner durch einen park laufen und ihn dabei verliebt anschauen. ganz ehrlich? ich werde lieber 30 und hab dafür richtig gelebt, als dass ich 80 werde und dann nur auf meinen tod warte. liebe hin oder her.

06.11.2011

von maddierose, danke, sehr schöner blog. ich hab eine große fotowand mit bildern, die meisten sind von früher (1), hab angst, sitzen zu bleiben (2), hab endlich in nem monat geburtstag (3), jana ist mir sehr wichtig (4), ich bin seit knapp vier jahren vegetarierin (5), lebe in der fastenzeit nächstes jahr vegan (6), mag am liebsten l & m (7).
melisa (ganz neuer blog) und neele
"scheiße, dein vater kommt! mach die kippen aus!" zische ich hektisch gaby zu. "ach, der findet das okay. siehste?" sie deutet auf die tür. ihr vater kommt rein. "mädels, macht mal die heizung aus, wenn ihr schon bei offenem fenster raucht." dann geht er wieder raus. "ist ja geil!" freue ich mich und wir drehen die musik lauter.
 
wir singen laut mit, tanzen durch den raum, die kippen im mundwinkel und den ouzo in der hand. ich hasse ouzo. aber das ist heute abend egal. es ist 23uhr, wir haben keine kippen mehr. gaby nimmt die ec karte von ihrem vater und wir gehen los, es ist stockdunkel und extrem neblig, man kann kaum drei meter weit schauen. wir laufen einen feldweg lang, es gibt keine beleuchtung und wir laufen einfach weiter, lachen, reden, hören musik. wohin es geht wissen wir beide nicht. plötzlich sind wir in einem ort und gaby kennt sich hier anscheinend aus, denn wenige minuten später halten wir jeder ein schönes päckchen kippen in der hand. wir sind glücklich, verdammt glücklich, setzen uns ins nasse gras auf einen hügel neben dem feld und warten. warten auf den morgen. uns ist nicht kalt. nein. gaby springt auf, zieht mich mit.der nebel reduziert sich, wir können die sterne sehen und rennen den ganzen weg zurück in ihr dorf. auf dem weg kommt uns ein radfahrer entgegen, der sich so vor uns erschreckt, dass er fast in den graben fährt. wir lachen ihn aus. laufen weiter, sind beide außer puste, ich spüre immernoch das nikotin in meiner lunge. wir sind glücklich, verdammt glücklich. "wann sollen wir eigentlich zu hause sein?" frage ich sie. sie zuckt mit den schultern. ihrem vater ist das egal. wir sind angekommen, stehen unter gelblichen laternen, suchen nach anderen jugendlichen. niemand ist da. wir machen die kippen auf und rauchen, gaby führt mich zu einem dunklen spielplatz, neben ihm ist ein kleiner berg mit einer offenen überdachung. dort setzen wir uns hin und reden weiter, lachen viel. wir sind glücklich, so verdammt glücklich. wir rauchen. hören schlechte musik, lachen uns weg.
 
wir sind glücklich, vergessen kurze zeit unsere probleme und ängste 
jana ich hab dich lieb 

05.11.2011

psychologe:
"ist doch toll, wenn petra versucht, deine mutter zu ersetzen. ich meine, du brauchst ja auch eine bezugsperson!"
noch nicht mal er versteht mich 

02.11.2011

ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, bitte, mama, hol mich hier raus

01.11.2011


ich möchte mich bedanken. bedanken bei allen, die mir in letzter zeit kraft geben. sei es durch kommentare oder durch liebe mails. ich hab euch unendlich lieb. für die, die mir täglich zeigen, dass ich noch etwas wert bin. die mir sagen, wie stark ich bin. die mich am leben halten. ganz besonderer dank geht an athena. wir schaffen das. danke an meine über 130 leser, meine herzblätter. ohne euer liebes feedback hätte ich meinen blog schon lange gelöscht. ich danke euch allen für eure gedult und ich möchte mich auch dafür entschuldigen, dass ich nicht auf jede mail und auf jedes kommentar antworte, da mir manchmal die kraft und der mut fehlt.

ich leine meine ältere hündin ambra an, gehe raus und schließe die tür. atme die frische luft ein, schaue in den himmel. 18 uhr und schon sind sterne am himmel. ein fuß setzt sich vor den anderen. ich gehe, gehe, gehe. vergrabe mein gesicht in meinem schal, die hände in den taschen meines mantels. es ist nicht kalt, aber ich zittere trotzdem. ich habe keine lust auf das abendessen. immer, wirklich immer, sitze ich da und will nurnoch weg. petra regt mich sowas von auf. sie lästert ständig über andere, zickt meine schwester, ihre tochter und mich an und ah. ich gehe an häusern vorbei, häusern mit menschen, die ich kenne. erinnerungen. viele dieser menschen kamen vor knapp einem jahr zu deiner beerdigung, mum. 300 leute. fucking 300. die leute haben alle garnicht in den raum gepasst, wo mein geliebter pfarrer diese rede gehalten hat und somit mussten sie draußen warten. als ich damals die menschen gesehen habe, tiefe augenringe und rote augen, habe ich es nicht mehr ausgehalten. ich konnte nicht mehr sehen, nichts. habe nichts mehr gespürt, nurnoch den verdammten kloß in meinem hals. habe nichts mehr gesehen. tausende leute haben mich umarmt, aber ich hab es nicht mitbekommen, hab auf den boden gestarrt und wollte nicht mehr. konnte nicht mehr. meine halbe klasse stand da, freunde von früher, freundinnen und ehemalige mitschülerinnen von dir. meine schritte beschleunigen sich, ich starre auf den boden, tränen laufen in strömen über mein gesicht. in der schule bin ich auch nur am abkacken. ich werde das alles nicht schaffen. aber ich muss positiv denken, ich muss das schaffen. ich werde von autos geblendet, realisiere dies nicht. verdammte scheiße. scheiße. überall in mir kribbelt es, ich werde agressiv und trete gegen eine straßenlaterne. mir geht es besser, als mich der schmerz auffrisst. es tut gut. plötzlich befinde ich mich auf dem weg zu dem spielplatz im dorf, hier war ich früher so oft. ich gehe direkt auf eine bushaltestelle zu. kein mensch ist zu sehen, keine laterne. nur neben der haltestelle. es ist eine besondere haltestelle. hier habe ich mich mit so vielen jungs getroffen. unter dem kleinen häusschen habe ich meinen ersten kuss bekommen, dort hab ich das erste mal vince gesehen, hab andere getroffen. so viel. das ganze dorf, die ganze stadt ist voller erinnerungen.