vorsicht! ich möchte eine allgemeine triggerwarnung ausprechen, da ich nicht weiß, wie du als einzelner leser auf meine texte reagieren könntest. geschrieben wird hier über gedanken, träume und erfahrungen, die eventuell verstörend und/oder triggernd sein könnten. wenn du dich als leser instabil fühlst, solltest du meinen blog nicht lesen. ich übernehme keine verantwortung für triggernde inhalte. bei fragen und/ oder problemen kannst du dich gerne bei mir melden, durchstöbere hierzu das impressum oder nutze die kommentarfunktion.

04.11.2013

die mutter wacht auf und guckt mich an. so lautlos wie möglich ziehe ich mich aus, die schwester bringt mir ein glas. ich putze mir die zähne, mache das licht aus und lasse die endlose nacht damit beginnen. mein kopf hämmert, ich versuche mich an alles zu erinnern und innerlich bin ich am ausrasten. was habe ich nur getan? was wird zu hause auf mich warten? was passiert morgen? das kind schreit oft. morgens um sieben kommt eine schwester rein. ich bin immernoch wach. "du bist also der neuzugang. eigentlich soll ich dich ausschlafen lassen, aber wnen du möchtest kannst du jetzt aufstehen und ich zeige dir das kinderzimmer!" kinderzimmer? hä? ich stehe auf. suche das klo. der gesamte flur ist belebt, überall kleine kinder und eltern. ein krankenpfleger kommt mir entgegen. er sieht jung aus. wir ignorieren uns. im bad angekommen kommen mir die tränen, als ich mich im spiegel sehe. fettige haare, verwischte schminke, fleckige haut. ich versuche mich einigermaßen frisch zu machen, was mir nicht gelingt, und kehre dann zurück in mein zimmer um mich umzuziehen. ich entscheide mich für eine trainingshose und einen uralten pulli. jetzt ist sowieso alles egal. grade als ich fertig bin, kommt die mutter mit dem kind rein. "guten morgen!", versuche ich freundlich zu sagen. wir unterhalten uns kurz oberflächlich. das kind ist drei und die mutter ist auch noch sehr jung, um die zwanzig. die schwester kommt rein. "du siehst ja ganz gut aus. möchtest du nun im kinderzimmer essen?", fragt sie ungeduldig, aber trotzdem verspüre ich gutmütigkeit, als sie mir wie bei einem kleinen kind über den kopf streicht. ich folge ihr. das kinderzimmer ist klein und es stehen tische und stühle. ich sitze an einem tisch mit zwei etwas jüngeren jungs die sich angeregt unterhalten. ich bringe nur einen tee runter. ich mag keinen tee. zurück ins zimmer, aufs bett legen. ich habe nichts mit. handy verloren, kein buch, nichtmal eine zeitschrift. außerdem weiß ich nicht wie spät es ist. papa wollte mittags vorbeikommen. ich laufe den flur hinunter, suche nach einer uhr. eine schwester frage ich, ob sie vielleicht ein  buch für mich hätte. ich suche mir im spielzimmer das dickste buch aus. 500 seiten. innerlich grinse ich. papa wird mich sowieso gleich abholen. ich lege mich auf mein bett. stunden vergehen. ich trinke viel tee, damit ich ab und zu den flur runterlaufen kann um nachschub zu holen. außerdem muss man dann öfters aufs klo, das ist auch eine abwechslung. eine uhr gibt es im flur. sie scheint sehr langsam zu gehen. das kleine kind macht mittagsschlaf, weshalb ich mich entscheide mich in den flur zu setzen. der krankenpfleger läuft oft an mir vorbei. einmal bleibt er stehen. setzt sich. "hey, irgendwie haben wir uns garnicht kennengelernt. ich bin schüler stefan. und wer bist du?" ich wieß nicht was in mir gefahren ist, aber ich erzähle ihm alles. er erzählt auch viel. über seine sauftouren. über seine ausbildung als krankenpfleger, über seine heimat und über seine freunde. manchmal muss er gehen und arbeiten, aber er komtm schnell wieder. ab und zu setzt sich eine schülerin namens ida zu uns. wir drei reden viel. aber dann müssen sie wieder arbeiten und ich bin allein, auch als sich ein paar mütter zu mir setzen. mir kommen immer wieder die tränen. dann verschwinde ich shcnell aufs klo. stefan bekommt das mit. umarmt mich. fragt, ob wir vielleicht meinen vater anrufen sollten um ihn zu fragen wann er kommt. ich schüttele den kopf, ein paar minuten später allerdings steh ich am telefon und wähle. stefan hält meine hand. als es tutet, sehe ich plötzlich meinen vater und meine schwester. ich renne los. stefan grinst. wir sagen aber nichts mehr. meine schwester, papa und ich umarmen uns. ich weine. meine schwester auch. wir gehen in die kantine. papa sagt, dass petra weg ist. ich weine wieder. diesmal vor freude. ich erzähle viel. er auch. sie sei erstmal mit meiner stiefschwester zu einer freundin gefahren und wohne da. "das grauen ist jetzt vorbei", meint er. endlich, endlich, endlich. ein riesen stein fällt von meinem herzen. mein vater hat mein altes handy mitgenommen. ich rufe joe an und frage sie, ob sie mich mit amy und marit besuchen wollen. eigentlich wollten wir heute amys geburtstag feiern. sie ist geschockt und sagt, dass sie gegen 18 uhr da sind. papa und meine schwester müssen los. als ich wieder da bin, habe ich einen termin bei der oberärztin, die mich untersucht und sagt, dass ich eventuell am nächsten tag zu einer psychologin könne. dann müsste ich aber noch eine nacht da bleiben. ich entscheide mich dafür, vor allem weil ich angst davor hab, dass petra wiederkommt. dann suche ich stefan. er hat bereits feierabend. traurig denke ich daran, dass ich ihm nichtmal tschüss sagen konnte. dann darf ich endlich duschen. ich ziehe mir frische klamotten an und fühle mich gleich viel frischer. sogar das abendessen überlebe ich und dann nurnoch eine stunde und plötzlich höre ich die stimmen meiner besten freundinnen. ich fange an zu weinen. mal wieder. erst sitzen wir auf meinem bett, dann muss das kleine kind allerdings schlafen und wir setzen uns in den flur. es ist kurz vor sieben, uns kommt es so vor wie spät in der nacht. alles ist verdunkelt, die meisten schlafen schon. wir reden viel, wir reden lange. dann müssen sie gehen. und in diesem moment ist mir plötzlich klar, was ich für wundervolle freundinnen habe. ich lege mich schon früh in mein bett, gegen zehn schlafe ich. nachts schreit das kind stundenlang, oft muss eine schwester kommen, es stört mich aber kaum. morgens um sieben muss ich aufstehen. essen. alles läuft sehr routiniert, ich fühle mich als würde ich hier schon seit monaten sein. ich verstehe mich gut mit den schwestern, vor allem weil ich die älteste bin. ich warte stundenlang auf den anruf meines vaters. er würde gegen mittag kommen und mich mitnehmen, falls die psychologin nicht könne. ich bitte ihn, meine großeltern anzurufen, damit ich nicht so alleine bin. ich warte wieder eine stunde. warten ist schrecklich. meistens tu ich nur so, als würde ich lesen. eigentlich ist es viel mehr das buchstaben anstarren. wie wird es zu hause sein? ohne petra? ich hatte in der nacht schreckliche albträume  von ihr. dann sind meine großeltern endlich da, sie bringen meine schwester mit. ich muss viel erzählen, diesmal weine nicht ich, sondern meine oma. mein opa und meine schwester gehen in die kantine um essen zu holen, als die oberärztin mir einen brief bringt und mir sagt, dass die psychologin leider keine zeit hätte und ich sie allerdings anrufen könne. "bin ich jetzt entlassen?", frage ich ungläubig. "ja, bist du", lacht sie. zwei schwestern helfen mir beim packen. sie wollen mir das buch schenken. ich lehne dankend ab und bringe es wieder in das kinderzimmer. an diese zeit hier brauche ich keine materielle erinnerung. 

ICH
BIN
FREI

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