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24.09.2015

heute bist du ein jahr weg, basti. so vieles hat sich verändert. zum schlechten. zum guten? den ganzen scheiß hier bekommst du nicht mehr mit. ich bin so traurig, dass du von uns gegangen bist. ich habe grad tränen in den augen und einen dicken kloß im hals, weißt du das? was für ein beschissenes gefühl. vielleicht ist es zeit, dir von den tagen nach deinem tod zu erzählen.
am 25.09.2014 erfuhren sven und ich durch jan, deinem besten freund, von deinem tod. wir waren grad beim training. ich habe mich um die kinder gekümmert, die ich trainiere. sven schaute mich an und sagte mir, dass ich ruhig bleiben solle. er zeigte mir jans nachricht in unserer "party fusel heiterkeit" whatsapp gruppe. "basti ist gestern gestorben.." sofort gingen mir tausend bilder durch den kopf. ich erinnerte mich an ein gespräch bei der arbeit am morgen über den grauenvollen unfalltod eines siebzehnjährigen. ich weiß noch, dass ich da an dich gedacht habe, basti, weil du auch siebzehn warst und immer so schnell motorrad gefahren bist und der unfall direkt vor deiner arbeit passiert ist. aber ich hätte niemals erwartet, dass das wirklich du warst.
sven und ich durften früher gehen, beim training waren alle schockiert. immerhin warst du auch bis vor kurzem in dem verein. wir sind zu jan gefahren. stumpfe gespräche. wenig emotionen. wie jan halt ist. das erste und letzte mal, dass ich bei ihm zu hause war. sven und ich fuhren zu unseren freundinnen, die beste freundinnen waren. ida und hilke. beide am weinen, beide komplett aufgelöst. es muss weitergehen, basti, oder? die folgenden tage waren der horror. die ganze stadt sprach von dem unfall. egal ob in der schule, bei der arbeit, in der stadt. überall warst nur du, basti. ich traute mich nicht, deinen todesort zu besuchen.
auf der arbeit lief ich wie ein zombie herum. ich fing ständig an zu weinen, egal bei welcher tätigkeit. während mir die bewohner freudig von ausflügen erzählten, liefen mir die tränen übers gesicht. basti, ich konnte nicht glauben, dass du einfach so weg sein solltest. die ganzen jahre, die wir miteiander verbracht haben. es folgte die beerdigung. ich durfte früher von der arbeit verschwinden. sven, hilke, ida und ich machten uns zusammen fertig und dann ging es los. wir hatten ein eigenes blumengesteck. tom, jojo und jan, sowie andere kumpels von uns trafen wir vor ort. mir viel ein junge auf, der mir wahnsinnig bekannt vorkam. es war mein cousin, basti. in all den jahren habe ich nicht herausgefunden, dass ihr beide kollegen wart. so klein ist doch die welt... wir weinten viel. es kaen auch mitglieder unseres vereins und viele menschen, die ich aus der schule kannte. bei der beerdigung beschrieb der pastor nochmal genau deinen unfall. wie weit du flogst, wie intensiv deine schmerzen gewesen sein müssen, .. es war kaum auszuhalten. dann liefen zwei lieder, die du geliebt hast. ab da war kein halten mehr. wir lagen uns in den armen und in diesem moment spürte ich mein herz so dolle schlagen, dass es sich fast ungesund angefühlt hat. ich starrte durchgehend das bild von dir an, was neben dem sarg stand. deine viel zu kleine brille, dein blasses, eingefallenes gesicht. basti, das warst einfach du. 
die lange schlange vor deinem grab. ida und ich gingen hand in hand hin. zu zweit. ich wollte dir tschüss sagen, aber es waren viel zu viele menschen da. ich habe deine familie umarmt. deinen bruder stefan, meinen ersten freund damals. er schien emotionslos. 
am abend trafen wir uns wieder und betranken uns sinnlos im irish pub. zum ersten mal waren die jungs besoffener als wir mädels. die grundstimmung war komisch, einer hat in unserer crew einfach gefehlt.
und das war im übrigen auch eines unserer letzten treffen.
die hauspartys bei hilke fanden nie wieder statt, basti. wir versuchten noch 2, 3 mal eine kneipentour zu veranstalten, doch auch das klappte nie wirklich. letztendlich endete es immer damit, dass ein paar von uns wegen dir weinten. 
und so ging unser freundeskreis auseinander.
im grunde ist es so extrem traurig, dass ein todesfall einen ganzen freundeskreis zerstören kann. dass man sich nicht gegenseitig hilft, sondern alleine lässt und jeder für sich selbst trauert. ich hätte gerne öfter mit jan geredet, aber er lässt es einfach nicht zu. er blockt ab, er tut emotionslos und obercool.
ich vermisse die alten zeiten, basti.
sogar mit sven, meinem jahrelang besten freund, ist der kontakt eingefroren. ich bin nicht mal mehr mit ida zusammen, basti, hälst du das für möglich?
du fehlst mir.
du fehlst uns.
wir werden dich nie vergessen.
24.09.2014

Kommentare:

  1. Gänsehaut. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer dass das einfach nur verdammt traurig ist. Fühl dich umarmt :3

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