vorsicht! ich möchte eine allgemeine triggerwarnung ausprechen, da ich nicht weiß, wie du als einzelner leser auf meine texte reagieren könntest. geschrieben wird hier über gedanken, träume und erfahrungen, die eventuell verstörend und/oder triggernd sein könnten. wenn du dich als leser instabil fühlst, solltest du meinen blog nicht lesen. ich übernehme keine verantwortung für triggernde inhalte. bei fragen und/ oder problemen kannst du dich gerne bei mir melden, durchstöbere hierzu das impressum oder nutze die kommentarfunktion.

deine geschichte

weißt du noch? damals, als deine diagnose uns alle schockte. unser leben war doch so perfekt! genug geld, ein großes haus, echte freunde, .. warum wir, mama? ich konnte es nicht fassen. bronchialkrebs! bei diesem eort bekam ich sofort gänsehaut & ich musste mit den tränen kämpfen, mama. du warst immer sehr verantwortungsbewusst, mama. du hast meine kleine schwester & mich liebevoll erzogen & hast uns immer verstanden. kurze zeit nach der diagnose musstest du ins krankenhaus. totale umstellung für mich- sonst warst du immer da, wenn ich nach hause kam, hast mir einen gute-nacht-kuss gegeben & hast mit mir zusammen für die schule gelernt, mama. auf einmal konnte ich dich nurnoch anrufen, oder ich musste 30min mit dem bus fahren. ich vermisste dich jeden tag, mama. 3monate warst du im krankenhaus- 3monate hast du unseren hund nicht gesehen. dann kamst du endlich nach hause. wir waren so froh, dass es dir besser ging! du konntest nichts essen, ohne es wieder auszubrechen. du konntest keine treppen steigen, musstest künstlich ernährt werden.. aber du warst stark und wir waren unendlich stolz auf dich, mama. du brachtest mir alle wichtigen dinge bei, sei es bügeln oder kochen.. anscheinend wusstest du schon, dass etwas schreckliches passiert. irgendwann musstest du wieder ins krankenhaus.. es musste bereits ende oktober sein, seid einem halben jahr wussten wir von deiner krankheit. wie schnell die zeit doch verging.. der schock kam: die 2. chemo wirkte nicht. wir hoffte alle, eine andere art von chemotherapie wurde genommen. kurz nachdem du ins krankenhaus kamst, mama, wurden dad, merle & ich krank. zwar nur ein infekt, aber wir durften nicht zu dir, weil du so schnell krankheiten aufnimmst. eine woche lang konnten wir nur telefonieren.. wenn ich dich fragte wie es dir ging, sagtest du nur: "naja..". unsere telefonate wurden immer kürzer, weil du nicht gut reden konntest. ich machte mir solche sorgen, mama. dann, am 9. november 2010 durfte dad dich endlich besuchen. du warst grade aufgewacht, ein arzt klopfte an & überbrachte die horrornachricht. du wusstest es schon.. du würdest in wenigen tagen sterben. es war so schrecklich, mama. dad versprach dir, dass du auf uns aufpassen würdest & so weiter. dies erzählte er mir erst später. dann schliefst du ein. 3 tage lang schliefst du durch. du bekamst ein medikament, damit der tod nicht alzu weh tat. am elften november 2010 starbst du abends. ein paar stunden davor erfuhr ich davon. weißt du noch? im sommer, kurz nach der diagnose, lagen wir draußen zusammen in deiner geliebten hollywoodschaukel. du sagtest: "ich will deine konfirmation miterleben, deine heirat, dein abitur.. ich kämpfe nur für dich & deine schwester."
mama, ich vermisse dich.

edit 2013: der text wurde anfang 2011 verfasst, deswegen ist es sprachlich eventuell nicht sehr ausgereift, aber es geht ja um die message.